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Ärztekonferenz in Kassel – Innovative Verfahren zum Kieferaufbau

28.05.2011

Wenn im Kiefer zu wenig Knochensubstanz für ein Implantat vorhanden ist, muss mit künstlicher oder körpereigener Knochensubstanz nachgeholfen werden. Was früher oft mit einer zweiten Operation und Schmerzen, Schwellung und Bluterguss im Knochenentnahmebereich verbunden war, funktioniert heute durch moderne Operationsmethoden schonender und schneller. Am 28. Mai findet in Kassel eine Fachkonferenz statt, bei der die


Prof. Dr. Dr. H. Terheyden im Patientengespräch

(AHE) Nach Verlust ihrer Zähne entscheiden sich viele Patienten für Zahnimplantate. Um den künstlichen Zahn richtig im Kieferknochen verankern zu können, muss jedoch genügend Kieferknochen vorhanden sein. „Der Knochen bildet sich nach dem Zahnverlust zurück. Dann ist es häufig nötig, Knochenaufbauten vorzunehmen“, sagt Professor Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Chefarzt der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichts-chirurgie des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel. 

Neben der klassischen Vorgehensweise, fehlende Knochen mit Hilfe von patienteneigenem Material, das zum Beispiel aus dem Beckenkamm gewonnen wird, zu ersetzen, gibt es heute auch Verfahren, die eine Knochenentnahme an einer zweiten Körperstelle ersparen. „Die Interpositionsosteoplastik verzichtet auf die Entnahme von Knochenmaterial“, sagt der Experte. „Stattdessen wird der Kieferknochen horizontal getrennt und in den entstehenden Zwischenraum wird Knochenersatzmaterial gegeben. Die Methode nennt sich daher auch Sandwichosteoplastik. Das Material verwächst dann mit dem bestehenden Kieferknochen. Zusätzlich kann hier mit körpereigenen Stammzellen oder mit Zumischung von Knochen des Patienten gearbeitet werden, die dem Patienten durch ein minimal-invasives Verfahren entnommen werden“, erläutert Prof. Terheyden. Nach etwa drei bis vier Monaten können die Implantate dann gesetzt werden. 

Die Vorteile der Methode liegen im Verzicht auf eine offene Knochenentnahme, es ist also nur eine einzige offene Operation notwendig. „Die neuen Operationsmethoden sind ein wirklicher Fortschritt für die Behandlung von Patienten. Auch im Tissue Engineering, also der Gewebezüchtung, sehen Experten in vielen medizinischen Bereichen Chancen für die Zukunft“, sagt der Chefarzt. 

Am 28. Mai 2011 wird unter Vorsitz des Experten in Kassel eine Fachkonferenz stattfinden, bei der ein Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft bei der Kieferkammaugmentation, also der Kieferknochenvermehrung, gegeben wird. Neben den innovativen chirurgischen Verfahren des Kieferaufbaus werden auch die Stammzelltechnologien für die regenerative Medizin auf der ärztlichen Fortbildungsveranstaltung thematisiert. Außerdem werden niedergelassene Ärzte über Methoden informiert, die auch in der niedergelassenen Praxis eingesetzt werden können. Teilnehmer erhalten 8 Fortbildungspunkte. Interessierte Ärzte erhalten Informationen unter (0 561) 3086-5501 oder per Email unter mkg(at)rkh-kassel.de.