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Kasseler Orthopädie-Tagung

27.08.2011

Nach dem Start der neuen Saison haben viele Sportler mit Verletzungen zu kämpfen. Denn nach der Sommerpause und dem Faulenzen auf dem Balkon oder am Strand sind viele Muskeln, Gelenke, Sehnen und Bänder noch nicht fit für die neue Saison. Das spüren auch die Unfallchirurgen aus dem Kasseler Roten Kreuz Krankenhaus.


Am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel werden die beiden Torhüter Dominique Jacobi (liegend) und Marek Smolinski (3. v.l.) bereits zu Beginn der Saison wegen Knie- und knienahen Verletzungen behandelt. Dr. Marcus Siebert (rechts) und Professor Dr. Werner Konermann (2 v. l.) berichten gerade am Saisonstart von vielen Neuverletzungen.

(AHE) Jährlich werden in Deutschland 1,5 Millionen Sportverletzungen registriert. Allein 500.000 Verletzungen gehen auf das Konto von Kickern. Dabei liegt im Wettkampf das Risiko vier- bis sechsmal höher als im Trainingsmatch. Besonders tückisch sind die Minuten vor der Halbzeitpause und die letzten Minuten vor Ende der Spielzeit. „Dann, wenn die Beine müde werden, ereignen sich laut Statistik die meisten Verletzungen“, erklärt Professor Dr. Werner Konermann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel. 

„Ungefähr ein Drittel der Verletzungen werden aufgrund einer Überlastung ausgelöst. Am häufigsten sind die Beine betroffen, vom Knie angefangen über das Sprunggelenk bis hin zu den Muskeln und Bändern“, erläutert der Experte. Dass diese Statistik nicht lügt, können die beiden Torhüter Dominique Jacobi und Marek Smolinski (23) bestätigen. Beide verletzten sich gleich zu Beginn der Saison. Der 20jährige Tormann Jacobi erlitt bei einem Spiel am 6. August einen Unterschenkelbruch. Marek Smolinski, der am gleichen Tag bei einem Freundschaftsspiel sein Knie verletzte, wird ebenfalls seinen Verein einige Zeit nicht unterstützen können. Und damit geht die Hochsaison für Sportverletzungen für die Experten für Sportunfälle des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel wieder los. 

„Aufgrund der Schwere der Verletzung wurde bei Dominique Jacobi das Bein bei einer ersten Operation extern stabilisiert und nach dem Abschwellen mit einem sogenannten intramedulärem Schienbeinnagel bei einer zweiten Operation versorgt“, berichtet Professor Konermann. „Marek Smolinski hat das rechte, vordere Kreuzband sowie den Innen- und Außenmeniskus gerissen. Auch wenn die Schwellung von alleine nachlässt, bleibt das Gelenk wackelig, falls die Verletzung nicht behandelt wird. Deswegen haben wir eine Kniegelenkspiegelung vorgenommen“. Dadurch, dass das Gelenk bei dieser Methode nicht mehr über einen großen Schnitt geöffnet werden muss, erholen sich Patienten nach einem solchen Eingriff häufig schneller. Um Sportverletzungen vorzubeugen, empfiehlt der Dr. med. Marcus Siebert, der an der Klinik Sportverletzungen behandelt, gezieltes Aufwärmen, Dehnungsübungen und Übungen zur Verbesserung des Koordinationsvermögens. „Man soll bereits leicht schwitzen, aber ohne dabei zu ermüden. Das gilt auch bei warmem Wetter oder vor Beginn der zweiten Halbzeit. Gelenke lassen sich durch Muskeltraining stabilisieren“, erklärt Dr. Siebert. „Außerdem sollte man auch nach leichten Verletzungen nicht zu früh das volle Training aufnehmen: Viele Verletzungen sind "Neuauflagen" einer alten Verletzung.“ 

Um auch niedergelassene Ärzte der Region Kassel und Nordhessen über den aktuellen Stand der Wissenschaft in Bezug auf konservative und operative Therapien bei Kniegelenksverletzungen und knienahen Frakturen zu informieren, veranstaltet die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel am 27. August 2011 die 1. Orthopädie-Unfallchirurgie-Tagung mit dem Titel „Rund ums Knie“. Informationen zur Veranstaltung erhalten interessierte Ärzte telefonisch unter 0561/3086 5401 oder per E-Mail unter kukat@rkh-kassel.de.