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RKH wird als lokales Traumazentrum zertifiziert

Am 05.07.2012, 15:00 Uhr

Ein Notfall stellt ganz besondere Herausforderungen an Ärzte und Patienten. Tritt er ein, heißt es den Verletzten so schnell und sorgfältig wie möglich zu versorgen. Um diese optimale Versorgung deutschlandweit zu gewährleisten, ist eine Vernetzung der Notfallkliniken wichtig. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat nun das TraumaNetzwerk Göttingen-Kassel zertifiziert. Die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel (RKH), Mitglied im TraumaNetzwerk Göttingen-Kassel, wurde dabei als lokales Traumazentrum zertifiziert, was bestätigt, dass dort eine optimale Notfallhilfe gesichert ist.


16 Kliniken des TraumNetzwerks Göttingen-Kassel wurden von der DGU zertifiziert. Darunter die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des RKH, unter der Leitung von Chefarzt Professor Dr. med. Werner Konermann (links).

„Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 35.000 Menschen schwer verletzt. Da sich solche Schicksalsschläge unvorhersehbar ereignen und zu jeder Zeit an jedem Ort möglich sind, ist es wichtig eine flächendeckende Notfallversorgung gewährleisten zu können“, sagt Professor Dr. med. Werner Konermann, Chefarzt der Opens internal link in current windowKlinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des RKH. Zu diesem Zweck versammeln sich unter dem Schirm der DGU bundesweit 32 zertifizierte TraumaNetzwerke mit knapp 900 teilnehmenden Kliniken. Dabei besteht ein jedes TraumaNetzwerk aus mindestens einem überregionalen Traumazentrum, zwei regionalen und drei lokalen Traumazentren. Ziel ist es, den Austausch und die Zusammenarbeit der Kliniken zu erleichtern, aber auch eine Optimierung der Behandlung schwerverletzter Patienten zu erreichen. Schließlich ist oberstes Ziel die Überlebenschancen aller Notfallpatienten zu verbessern, egal wie weit der Unfall vom Traumazentrum entfernt ist. Hierfür werden die Patienten entweder mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 7“, der auf dem Dach des RKH stationiert ist, oder von einem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert. Denn: „Mit jeder Minute die nach einem Unfall vergeht, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit für den Patienten“, so Professor Konermann. Umso wichtiger ist es, jedem Betroffenen durch ein interdisziplinäres Team von bis zu acht Ärzten (Unfallchirurg, Anästhesist, Allgemeinchirurg, Internist und Radiologe), medizinisch-technische Radiologieassistenten und Pflegekräften im Schockraum die bestmögliche Behandlung schnell und qualitativ hochwertig zukommen zu lassen. 

Das lokale Traumzentrum am RKH

Nach der Zertifizierung des TraumaNetzwerkes Göttingen-Kassel durch die DGU konnte auch die Zertifizierungsurkunde als lokales Traumazentrum aus dem Jahr 2010 an die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des RKH überreicht werden. Als lokales Traumazentrum stellt die Klinik die flächendeckende Versorgung der häufigsten unfallchirurgischen Verletzungen sicher. Diese Akutversorgung wird durch eine 24-Stunden-Bereitschaft sowie die Fähigkeiten und Fertigkeiten, Blutungen im Bauch- und Brustraum und des Beckens sowie schwere Extremitätenverletzungen beherrschen zu können, sichergestellt. „Als lokales Traumazentrum halten wir rund um die Uhr den Schockraum, die Notaufnahme, einen OP-Saal und die Intensivstation bereit. Außerdem arbeiten in unserem Team immer Oberärzte, Assistenzärzte, medizinisch-technische Radiologieassistenten und speziell ausgebildete Pflegekräfte zusammen. Das sichert den höchsten medizinischen Standard“, sagt Professor Konermann. 

Zertifizierung des TraumaNetzwerks Göttingen-Kassel und der Mitgliederkliniken

 Das TraumaNetzwerk Göttingen-Kassel war mit seiner Gründung 2006 das erste deutsche seiner Art. Seine einzigartige Stellung als bundeslandübergreifender Versorger des „Vier-Länderecks“ (die Region Südniedersachsen, Nordhessen, Thüringen und Ost-Westfalen) kann es auch weiterhin für sich beanspruchen. Am 18. Juni 2012 wurden dem TraumNetzwerk Göttingen-Kassel und den 16 Kliniken des Netzwerkes, darunter die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des RKH, feierlich die Urkunden zur Zertifizierung als überregionales, regionales bzw. lokales Traumazentrum überreicht. Im TraumaNetzwerk Kassel-Göttingen werden qualitätssichernde, standardisierte Maßnahmen durch stetige Fort- und Weiterbildungen erarbeitet und in den jeweiligen Traumzentren umgesetzt.