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„Realitätsnahe Fortbildung“

Am 24.09.2015, 17:30 Uhr

Luftrettungszentrum (LRZ) Kassel richtet sechste Jahresfortbildung der Zivilschutz-Hubschrauber unter anderem am RKH Kassel aus


Rettungshubschrauber Christoph 7 ist am Roten Kreuz Krankenhaus (RKH) stationiert.

Kassel, 21. September: Vom 24. bis 26. September findet in Kassel und Umgebung die Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH)-Jahresfortbildung statt. Die seit 2009 jährlich stattfindende Veranstaltung wird jeweils von einem der deutschlandweit zwölf Luftrettungszentren des Bundes organisiert. Der Auftakt der Veranstaltung findet am Roten Kreuz Krankenhaus (RKH) Kassel statt, an dem der Rettungshubschrauber Christoph 7 stationiert ist. Das weitere Programm beinhaltet theoretische Fortbildungseinheiten und praktische Geländeübungen.


Erstmals richtet das Luftrettungszentrum in Kassel die Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH)-Jahresfortbildung aus. Auf dem Programm der dreitägigen Veranstaltung stehen sowohl theoretische Einheiten als auch praktische Rettungsübungen. „Es ist uns gelungen, eine sehr realitätsnahe Fortbildung auf die Beine zu stellen. Viele Facetten unserer Arbeit spiegeln sich darin wider“, freut sich Dr. Thomas Köhler, Ärztlicher Leiter des Christoph 7. Neben dem Piloten und einem Rettungsassistenten gehört er als Notarzt seit 2006 zum Team des LRZ. Köhler hat die Auftaktveranstaltung am 24. September am Roten Kreuz Krankenhaus (RKH) Kassel gemeinsam mit Timo Hausotter und Robert Kurz von der DRK Rettungsdienst Kassel GmbH maßgeblich organisiert. „Der Beginn des Jahres 2015 war in unserem Einsatzgebiet leider durch eine Häufung von teilweise tödlich verlaufenden Rauchgasunfällen vor allem bei Kindern gekennzeichnet“, erläutert er. „Deswegen haben wir das Thema auf die Agenda gesetzt.“ Die Teilnehmer diskutieren unter anderem darüber, welche medikamentösen Therapieoptionen bei Rauchgasvergiftungen zur Verfügung stehen und wann ein Transport in eine Sauerstoff-Druckkammer sinnvoll sein kann. Zudem hält Christoph 7 seit einigen Monaten ein unter Umständen lebensrettendes Gegenmittel bei Zyankali-Gasen im Wert von deutlich über 1.000 Euro pro Anwendung vor. Diese Veranstaltung richtet sich nicht nur an die Luftrettungs-Teams, sondern auch an Rettungsdienste, Feuerwehren, Leitstellen und Notärzte aus Kassel und Umgebung.


Übungen in unwegsamem Gelände


Im Rahmen der Jahresfortbildung, die maßgeblich durch den Förderverein Christoph 7 e.V. finanziert wurde, finden am Freitag und Samstag dann praktische Übungen in unterschiedlichem Gelände statt. Hier üben und verfeinern die ZSH-Teams ihre Fähigkeiten zur Rettung in Notsituationen und unübersichtlichem Gelände. So treffen sie sich am Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu einer Besichtigung und Übung beim Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar. Hierbei trainieren sie vor allem die Zusammenarbeit von militärischen und zivilen Rettungskräften bei einer Personenrettung aus dem Kampfhubschrauber „Tiger“. Im Anschluss daran geht es für die Beteiligten weiter an den Edersee. Im dortigen Wasserkraftwerk des Pumpspeicherkraftwerks Waldeck üben sie die Rettung in einer schwierigen Industriesituation. „Solche Einsätze fordern die Retter mental und physisch besonders heraus. Hier muss man gut vorbereitet sein“, erläutert Köhler die Maßnahme. In der riesigen, in den Berg gesprengten Turbinenhalle steht vor allem das rettungstechnische Vorgehen mit dem zielgerichteten Einsatz weiterer Einsatzkräfte auf dem Programm. Auch bei Arbeiten in Wald und Forst ereignen sich häufig Unfälle, die den Einsatz eines Zivilschutz-Hubschraubers erfordern. Deswegen findet hier eine weitere Übungseinheit statt. Im Raum Edersee simulieren die Beteiligten in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Hessen-Forst und der Bundespolizei Fliegerstaffel Fuldatal verschiedene Forstunfälle sowie die Windenrettung von Verunfallten in unwegsamem Gelände. Am Sonntag kehren die Teilnehmer dann in ihre Luftrettungszentren zurück.


Zivilschutz-Hubschrauber/Luftrettungszentren:


Die Zivilschutz-Hubschrauber sind dem Bundesministerium des Inneren (BMI) unterstellt. In Deutschland werden an über 50 Standorten Hubschrauber zur primären Luftrettung eingesetzt. Zu dieser Luftrettung gehören die direkte medizinische Notfallversorgung am Einsatzort und der Transport ins nächstgelegene Krankenhaus. Deutschlandweit stellt der Bund an zwölf Luftrettungszentren 16 Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH) zur Verfügung. Seit Ende des Jahres 2008 werden an allen zwölf Luftrettungszentren Hubschrauber des Musters EC 135 T2i eingesetzt. Ihr Funkrufname lautet „Christoph“, dem die jeweilige Standortnummer angehängt ist. Der Name ist vom heiligen Christophorus abgeleitet. Er ist der Schutzpatron der Reisenden, Seeleute, Kraftfahrer und Luftschiffer.