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„Wissen ist der erste Schritt in Richtung Besserung“

Am 28.05.2015, 12:35 Uhr

„Aktionstag gegen den Schmerz“ am Roten Kreuz Krankenhaus (RKH) Kassel


Kassel, 28. Mai: Bereits zum dritten Mal nimmt die Klinik für Schmerzmedizin des Roten Kreuz Krankenhauses (RKH) Kassel am bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“ am 2. Juni teil. Betroffene und Interessierte erhalten ab 9.30 Uhr die Möglichkeit, das umfangreiche Diagnose- und Therapieangebot der modernen Schmerzmedizin nicht nur kennenzulernen, sondern auch durch Mitmach-Aktionen zu verstehen. Die Veranstaltung ist kostenlos und findet in den Konferenzräumen 1 und 2 des RKHs statt.

In Deutschland leiden Schätzungen zufolge etwa 12 bis 15 Millionen Menschen unter chronischen, länger andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen. Rund 170.000 davon leben in Nordhessen. Aus diesem Anlass nimmt die Klinik für Schmerzmedizin des Roten Kreuz Krankenhauses (RKH) Kassel als eine von über 500 Institutionen deutschlandweit am nationalen „Aktionstag gegen den Schmerz“ teil. Neben der Information über die verschiedenen Schmerzarten und -symptome bildet die Aufklärung über die Therapiemöglichkeiten einen wesentlichen Bestandteil der Veranstaltung. „Wissen ist der erste Schritt in Richtung Besserung“, erläutert Dr. Andreas Böger, Chefarzt der Schmerzklinik des RKHs sein Anliegen an die Veranstaltung. Denn noch immer sind vielen Betroffenen die Möglichkeiten der modernen Schmerzmedizin nicht bekannt.

Schmerzgedächtnis und Multimodale Schmerztherapie

Gerade bei chronischen Schmerzen spielt das sogenannte Schmerzgedächtnis eine zentrale Rolle – auch darüber informieren die Experten am 2. Juni. Wirken über längere Zeit Schmerzen auf den Körper ein, verselbstständigen sie sich. Dann reicht bereits ein sensibler Reiz, um einen Schmerzimpuls auszulösen. Betroffene empfinden Schmerzen, obwohl der eigentliche Auslöser dafür fehlt. Behandlungskonzepte, die allein auf die Verabreichung von Spritzen und Medikamenten setzen, reichen hier nicht mehr aus. Die Schmerzklinik setzt deshalb auf die Multimodale Schmerztherapie. Experten aus unterschiedlichen Disziplinen arbeiten dabei eng vernetzt in multiprofessionellen Teams zusammen. „Bei uns erhält der Patient nicht nur eine individuelle Behandlung, sondern wird auch von Anfang an aktiv mit eingebunden“, erläutert Böger. Ärztliche Schmerztherapeuten verschiedener Fachrichtungen, Physiotherapeuten und Psychologen arbeiten dafür Hand in Hand zusammen. Manuelle Medizin, Osteopathie, Akupunktur, Naturheilverfahren, verträgliche Medikamente und Hilfe zur Selbsthilfe bilden ebenfalls wichtige Bestandteile. Ziel ist eine dauerhafte Schmerzlinderung und die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten.

Mit 45 stationären Behandlungsplätzen und angeschlossener Schmerzambulanz gehört die Schmerzklinik zu den großen Schmerzzentren Deutschlands und ist die größte Schmerzklinik Hessens. Die Klinik öffnete 2010 und wird von Dr. Andreas Böger, der auch Regionalleiter der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) ist, geführt.