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Moderne Videotechnik in der Anästhesie

Am 30.10.2012, 14:13 Uhr

Videotechnik macht Anästhesie sicherer


PD Dr. Ulrich Fauth, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intesiv- und Notfallmedizin

Während der Vollnarkose setzt die eigene Atmung des Patienten aus – er muss künstlich beatmet werden. Um diese Beatmung sicher durchführen zu können, muss ein Tubus, das ist ein etwa Kleinfinger-dicker Kunststoffschlauch, in die Luftröhre eingeführt werden. Diese sogenannte Intubation ist eine der wichtigsten „Handgriffe“ des Narkosearztes.

Um einen Patienten zu intubieren, muss der Narkosearzt mit einem speziellen Instrument, dem so genannten Laryngoskop, in den Kehlkopf des Patienten schauen. Dies kann bei einigen Patienten schwierig sein, wenn die anatomischen Verhältnisse von denen des „Durchschnitts-Patienten“ abweichen. Der Anästhesist muss in diesen Fällen quasi „um die Ecke“ schauen können. Um auch hier die Intubation sicher durchführen zu können, verfügt die Klinik für Anästhesie am Roten Kreuz Krankenhaus nun über ein so genanntes Video-Laryngoskop. Mit diesem Gerät schaut der Anästhesist nicht direkt in den Kehlkopf, sondern führt den Tubus unter Kontrolle einer Mikro-Kamera in die Luftröhre ein. Diese Kamera wird direkt am Eingang zum Kehlkopf positioniert, so dass der Anästhesist den Weg des Tubus auf einem Bildschirm beobachten kann.

Unerwartet schwierige Intubationen sind die häufigste Ursache für Notfallsituationen in der Anästhesie und stellen eine große Herausforderung für den Narkosearzt dar. Mit der Technik der Video-Laryngoskopie können wir die Anästhesie wieder ein Stück sicherer machen. Außerdem können wir unseren Studierenden im Praktischen Jahr anschaulich und ohne Gefährdung des Patienten die Technik der Intubation nahe bringen.