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Das Metabolische Syndrom – Die große medizinische Herausforderung des 21. Jahrhunderts

Am 01.10.2014, 13:40 Uhr

Unter einem Metabolischen Syndrom verstehen Mediziner eine Kombination unterschiedlicher Risikofaktoren: Am Anfang steht meistens zu viel Bauchfett – Ärzte sprechen auch von zentraler Adipositas. Sie führt häufig zu krankhaften Veränderungen im Fett- und Zuckerstoffwechsel. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein körpereigenes Hormon: Insulin. Es kann im Gewebe nicht mehr richtig wirken und es kommt zur sogenannten Insulinresistenz.


Prof. Dr. Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Rotes Kreuz Krankenhaus in Kassel


„Eine immer ungesündere, hochkalorische Ernährung sowie der zunehmende inaktive Lebensstil werden weltweit zu einer hohen Betroffenenzahl führen – und das kurz- bis mittelfristig“, so Professor Dr. med. Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik des Roten Kreuz Krankenhauses (RKH) Kassel über das Metabolische Syndrom. In seiner Klinik behandelt er Patienten aus Kassel und Umgebung mit neuesten Therapiestandards zu den Themen Diabetes, Adipositas sowie Störungen des Fettstoffwechsels und Bluthochdruck. 


„Unsere Klinik betreibt seit Jahren Aufklärung über das metabolische Syndrom und seine Auswirkungen sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten. Ziel ist, dass Ärzte zunehmend sensibel ihre Patienten auf das Metabolische Syndrom untersuchen und die entsprechenden Risikofaktoren frühzeitig erkennen und Einfluss darauf nehmen“, so Prof. Löser, der auch eine Ernährungsambulanz in seiner Klinik integriert hat. 


Therapiemöglichkeiten 


Die Grundlage der Behandlung sollte möglichst eine Veränderung des Lebensstiles sein. Dazu gehören vor allem eine Umstellung der Ernährung und mehr körperliche Aktivität. „Leider ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit und Wirksamkeit von vorbeugenden Maßnahmen in unserer Gesellschaft noch wenig ausgeprägt“, so Prof. Löser. 

 Erkrankungen, die durch Übergewicht verursacht werden, können in frühen Stadien meistens allein durch eine Veränderung des Lebensstiles und einen Gewichtsverlust wieder gebessert werden. „Hier setzt unsere Ernährungsambulanz am RKH Kassel ein: Neben dem stationären Schwerpunkt "klinische Ernährungsmedizin" hat unsere Medizinische Klinik auch eine moderne Ernährungsambulanz, in der erfahrene Ernährungswissenschaftlerinnen Ernährungssprechstunden durchführen“, so Prof. Löser. In Einzel- und Gruppenberatungen und -schulungen deckt die ambulante Ernährungsberatung das gesamte Spektrum der ernährungsabhängigen Erkrankungen ab. Hierfür stehen neue, modern eingerichtete Ambulanz- und Schulungsräume zur Verfügung.  


Wichtige Fakten zum Metabolischen Syndrom:


In den Industrienationen sind bis zu 30 Prozent der Gesamtbevölkerung von einem Metabolischen Syndrom betroffen, darunter immer mehr jüngere Menschen. Krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit sowie Behandlungskosten beeinflussen zunehmend unsere Gesamtwirtschaft.  


Das Metabolische Syndrom fasst verschiedene Faktoren zusammen, die häufig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Dazu gehören:


•    Übergewicht und Adipositas
•    ein gestörter Fett- und Cholesterinhaushalt
•    Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) und
•    ein krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel  durch zu geringe Insulinwirkung


Die Symptome des Metabolischen Syndroms bleiben oft lange Zeit unentdeckt, da es selbst keine Schmerzen oder Beschwerden verursacht. Der Arzt diagnostiziert es meist zufällig bei einer Vorsorgeuntersuchung - oder erst nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.


Warum ist ein Metabolisches Syndrom so gefährlich? Messbare Veränderungen bei einem Metabolischen Syndrom sind erhöhte Blutfette (Triglyceride), ein vermindertes HDL-Cholesterin, erhöhte Werte des Nüchtern-Blutzuckers und erhöhte Blutdruckwerte.

Jeder dieser Faktoren ist ein Risikofaktor für Veränderungen an den Blutgefäßen. Sie können im Laufe mehrerer Jahre zu einer "Arterienverkalkung" (Arteriosklerose) führen. Spätfolgen sind Durchblutungsstörungen und bleibende Schäden an lebenswichtigen Organen (Herz, Gehirn und Niere). Außerdem erhöht das Metabolische Syndrom signifikant die Häufigkeit verschiedener Krebsarten, wie z. B. Dickdarmkrebs.



Herausgeber: Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel, Gemeinnützige GmbH


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