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„Aktion Saubere Hände“: RKH sagt den Bakterien den Kampf an

Am 03.05.2011, 11:33 Uhr

Gute Krankenhaushygiene ist unerlässlich, um Krankenhausinfektionen vorzubeugen. Das spart nicht nur Kosten für das Gesundheitswesen, noch viel wichtiger ist: Kontinuierliche Hygiene entlässt Patienten nach ihrer Genesung nicht mit einer neuen Erkrankung. Verfolgt man Medienberichte, könnte der Eindruck entstehen, dass Hygienemängel Einzug in deutsche Kliniken halten. Um Krankenhausinfektionen zu vermeiden, arbeitet das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel nach internationalen Empfehlungen.


(AHE) „Hierzulande infizieren sich jährlich bis zu einer halben Million Menschen mit den unterschiedlichsten Keimen“, sagt Dr. Friedrich Del Barba, Leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin und Hygienearzt am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel, anlässlich des weltweiten Aktionstags zur Händehygiene am 5. Mai und kommentiert damit die derzeitige Situation an deutschen Krankenhäusern. Europaweit sterben sogar jährlich 50.000 an den sogenannten nosokomialen Infektionen, also den Krankenhausinfektionen. 

Jedoch könnte eine einfache Händehygiene schon helfen, die Ausbreitung von Keimen im Krankenhaus einzudämmen und damit Leid und Kosten zu verhindern. „Das Rote Kreuz Krankenhaus in Kassel ist Mitglied der Aktion Saubere Hände des Bundesgesundheitsministeriums. Wir arbeiten deswegen nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO“, sagt der Hygienebeauftragte Dr. Del Barba. Anlässlich des dritten internationalen Aktionstags zur Händehygiene weisen er und die hauptamtliche Hygieneschwester Annett Pfeiffer ihre Kollegen mit Schulungen und Informationsaktionen regelmäßig darauf hin, wie wichtig die individuelle Händehygiene ist: „Auch, wenn wir bereits nach dem WHO-Modell zur Händehygiene arbeiten, ist es wichtig, die Menschen immer wieder für dieses Thema zu sensibilisieren, nur so können wir Herr über die Keime werden. Das ist Sinn dieses Aktionstages“. 

Eine gute Nachricht: Eine Erhebung unter den Teilnehmern der Aktion Saubere Hände ergab, dass der Verbrauch der auf Alkohol basierten Händedesinfektionsmitteln von 2007 auf 2009 um rund 30 Prozent anstieg. Außerdem ergab eine Umfrage, dass in vielen Krankenhäusern eine gute Durchführung der Händedesinfektion von den Patienten als Qualitätsparameter wahrgenommen wird. „Die Bediensteten und die Patienten erreichen wir also schon gut mit unseren Maßnahmen“, sagt Dr. Del Barba. Aber er spricht auch die Besucher des Kasseler Krankenhauses an: „Am Ausgang haben wir eine Möglichkeit zur Händedesinfektion eingerichtet. Vor Verlassen des Hauses sollten sich alle Besucher die Hände desinfizieren“.