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Das Knie ist unser anfälligstes Gelenk - Was tun bei Arthrose?

Am 31.03.2014, 09:54 Uhr

März 2014 – Jedes Jahr werden in Deutschland rund 150.000 künstliche Kniegelenke eingesetzt. Wenn die Gelenke verschleißen, tut das nicht nur sehr weh, sondern schränkt auch das Leben ein. Ist die Arthrose, also der Gelenkverschleiß, weit voran geschritten, ist eine Operation oft unvermeidbar. Ein künstliches Kniegelenk kann da ein Segen sein. „Notwendig ist eine solche Operation, wenn konservative Behandlungsmethoden wie Medikamente oder Physiotherapie ausgeschöpft sind und die Lebensqualität der Betroffenen aufgrund zunehmender Unbeweglichkeit und Schmerzen leidet“, erklärt Prof. Werner Konermann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin am Roten Kreuz Krankenhaus (RKH) Kassel. Sein Bestreben ist es, so lange wie möglich gelenkerhaltend zu behandeln und alle konservativen und operativen Möglichkeiten auszuschöpfen, denn „nichts ist besser als das eigene Gelenk“, so Prof. Konermann.


Prof. Dr. med. Werner Konermann

Nutzt sich der Gelenkknorpel im Knie – der zwischen zwei Knochen eines Gelenkes sitzt – ab, spricht man von Arthrose. Die Gelenkflächen (Knochen) reiben aufeinander, so dass die Gelenke nach und nach verschleißen. Die Folgen sind Schmerzen im Knie, Schwellungen, Entzündungen und Bewegungseinschränkung. Das RKH bietet eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten. 

Bei der Knorpelglättung (Debridement) werden aufgefaserte Knorpelfransen und kleinere Meniskusschäden mit dem sogenannten Shaver arthroskopisch geglättet und instabile, lockere Knorpelteile entfernt. 

Mit der Microfacture-Technik, einem feinen Spezialinstrument, wird die Knochenoberfläche in der Knorpeldefektzone an mehreren Stellen eröffnet. So können Knochenmarkstammzellen – also entwicklungsfähige Zellen – aus dem Blut austreten und sich an der Knochenoberfläche anheften. Aus den Stammzellen bildet sich Ersatzknorpel, der die ehemalige Knorpeldefektzone bedeckt. 

Die Methode der Knorpel-Knochen-Transplantation eignet sich besonders zur Defektauffüllung bei begrenzten Knorpelschäden im Kniegelenk. 
Befürchtungen, nach dem Eingriff keinen Sport mehr ausüben zu können, sind unbegründet. Vor allem Sportarten wie Wandern, Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen und Skilanglauf eignen sich, um mit dem neuen Kniegelenk fit durch den Alltag zu gehen.        

Vita Prof. Konermann
Prof. Dr. med. Werner Konermann ist Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin. Er ist Facharzt für Orthopädie, für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie für Physikalische Therapie und Rehabilitative Medizin. Besonders in der Prothetik des Kniegelenkes engagiert sich Prof. Konermann seit über 20 Jahren.