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108jährige Patientin nach OP im RKH wohlauf

Am 07.10.2011, 10:55 Uhr

Hüftgelenknahe Oberschenkelbrüche sind im Alter das häufigste Risiko für Immobilität und sich daraus entwickelnde Komplikationen, die zum Teil lebensbedrohlich sein können. Am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel operierte das Team von Professor Dr. med. Werner Konermann vor Kurzem notfallmäßig eine 108jährige Patientin, die mit einer Oberschenkelfraktur in das Traumazentrum des RKH kam. Mittlerweile ist die die Patientin wieder mobil und wohlauf.


Stationsleitung Schwester Gabriele Schade, PD Dr. Ulrich Fauth (rechts) und Professor Dr. Werner Konermann (links) gehen von einer schnellen Genesung bei der 108jährigen Frau Mette aus und wünschen ihr alles Gute. Sie kam mit einem Oberschenkelbruch ins Rote Kreuz Krankenhaus Kassel. Mittlerweile konnte sie wohlauf entlassen werden.

(AHE) „Frau Mette aus Gudensberg ist mit ihren 108 Jahren unsere bislang älteste Patientin“, berichtet Professor Dr. med. Werner Konermann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des Roten Kreuz Krankenhaus Kassel. Eingeliefert wurde sie mit einem Bruch des Oberschenkelknochens nahe des Hüftgelenks. „Diese Brüche treten meist im hohen Alter auf. Vor allem Frauen sind betroffen“, sagt der Experte. 

Etwa ein Drittel der Personen über 65 Jahren stürzen mindestens einmal pro Jahr. „Das kann zum Beispiel an Blutdruckschwankungen, Herzrhythmusstörungen oder einer zunehmen Muskelschwäche in den Beinen liegen“, erklärt Professor Konermann. „Bei ungefähr zehn Prozent der Stürze treten Knochenbrüche auf. Der hüftgelenknahe Oberschenkelknochen ist dann häufig betroffen, da die stürzenden Personen oft auf die Seite fallen. Der Oberschenkelknochen muss dann die gesamte Wucht des Aufpralls tragen“. Wenn die Knochendichte im höheren Alter, zum Beispiel durch Osteoporose, bereits abgenommen hat, bricht der Knochen leicht. 

„Früher war eine Schenkelhalsfraktur oft der Anfang vom Ende. Die Patienten mussten lange im Bett liegen bis die Verletzung nach der Operation geheilt war. Durch die Inaktivität bildete sich die Muskulatur schnell zurück und an Aufstehen war irgendwann gar nicht mehr zu denken“, erklärt der Chefarzt der Klinik. „Auch die Narkose war noch vor 10 Jahren bei sehr alten Patienten mit einem außerordentlich hohen Risiko verbunden, insbesondere wenn, wie im Falle von Frau Mette, eine Teilbetäubung (Spinalanästhesie) nicht möglich ist“, ergänzt PD Dr.Ulrich Fauth. Heute stehen sehr schonende Narkosetechniken zur Verfügung: die Patienten erholen sich so schnell, dass auch sehr alte Patienten bereits am Tage nach der Operation in der Lage sind, das Bett zu verlassen. 

„Unsere hauseigenen Physiotherapeuten trainieren täglich intensiv mit unseren Patienten. Das Training ist dabei immer individuell auf den Patienten abgestimmt“, berichtet Professor Konermann. „Frau Mette hat sich nach Operation und Narkose hervorragend erholt, die Verletzung ist schon gut verheilt“. Die Patientin konnte das Rote Kreuz Krankenhaus bereits verlassen, 10 Tage nach der Operation. Damit Stürze ganz vermieden werden können, werden die Physiotherapeuten des Roten Kreuz Krankenhauses bald eine Präventionsmaßnahme „Sturzprophylaxe“ anbieten. Durch ein spezielles Training werden Beweglichkeit, Kraft, Standfestigkeit und Reaktionsfähigkeit gefördert. Außerdem werden Bewegungsmöglichkeiten geübt, die den Alltag verbessern und das Vertrauen in die eigene Gangsicherheit erhöhen.