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Zahnimplantate - Möglichkeiten der modernen Zahnmedizin

Am 01.08.2013, 09:04 Uhr

Kassel, Juli 2013 – Schöne Zähne symbolisieren Jugend und Gesundheit. Wenn aber durch zunehmendes Alter, einen Unfall, unzureichende Pflege oder Zahnfleischentzündungen Zähne entfernt werden müssen, sind gerade diese Attribute oft nicht mehr gegeben. Umso größer ist bei den Betroffenen dann der Wunsch nach einem natürlich wirkenden und vor allem belastbaren Zahnersatz. Immer öfter hört man von Zahnimplantaten als Alternative zum herkömmlichen Zahnersatz. Implantat ist aber nicht gleich Implantat. Denn der Behandlungserfolg hängt unmittelbar mit der Qualität der verwendeten Implantatsysteme und der Erfahrung des behandelnden Arztes zusammen.


Professor Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Chefarzt der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

„Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln – meist aus Titan – die fest in den Kieferknochen eingesetzt werden und den Platz der verlorengegangenen Zahnwurzel einnehmen“, erklärt Prof. Hendrik Terheyden, Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Roten Kreuz Krankenhaus Kassel. „Sobald das Implantat fest mit dem Kieferknochen verwachsen ist, wird es mit einer Krone versorgt, die sich optisch nicht von den eigenen Zähnen unterscheidet“, so der Experte weiter. Grundvoraussetzung für eine solche Behandlung: Es muss ausreichend Kieferknochen vorhanden sein.  Denn nur dann kann das Implantat erfolgreich eingesetzt werden und bekommt den nötigen Halt.

Die Vorteile von Zahnimplantaten 

Auch ältere Menschen, für die eine Zahnprothese oft die einzige Alternative zu sein scheint, profitieren enorm von Zahnimplantaten. „Die Implantate sehen nicht nur aus wie die eigenen Zähne, sondern fühlen sich auch so an. Zudem schränken sie im Gegensatz zu losen Zahnprothesen weder das Sprechen noch die Kaukraft ein und bieten daher ein Plus an Gesundheit und  Lebensqualität“, erklärt Prof. Terheyden.  Zahnimplantate schonen zudem das Gebiss. Denn während bei konventionellen Brücken die gesunden Nachbarzähne beschliffen werden, also Zahnsubstanz abgetragen wird, ist dies bei einem Zahnimplantat nicht erforderlich.

Zusätzlich zeichnen sich Zahnimplantate durch eine lange Haltbarkeit aus. „Aktuelle Studien zeigen eine Erfolgsrate von 90 Prozent nach über zehn Jahren. Ein Implantat kann lebenslang halten, wenn man alles richtig macht“, so Prof. Terheyden. Damit das  Zahnimplantat auch lange erhalten bleibt, muss es am oberen Rand von festem Knochen und festem Zahnfleisch umgeben sein. Ist nicht ausreichend Knochensubstanz vorhanden, sollte dieser aufgebaut werden. Grundsätzlich erfordert ein Implantat eine gute Pflege sowie eine regelmäßige zahnärztliche Nachschau. „Auch an den Implantaträndern können sich Bakterien festsetzen und  Entzündungen verursachen“, erklärt der Facharzt. 

Keine Frage des Alters


Zahnimplantate können bis ins hohe Alter eingesetzt werden. Somit können Implantatpatienten mit „den Dritten“ noch kräftig zubeißen, ohne ein Verrutschen oder sogar Herausfallen des Zahnersatzes befürchten zu müssen. Leider haben gerade die am stärksten unter wackelnden Prothesen leidenden älteren Patienten häufig Angst vor der Implantatoperation. Der operative Eingriff für ein, zwei oder vier Zahnimplantate im zahnlosen Unterkiefer ist aber nur minimal und wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Der Effekt der Stabilisierung der Prothese ist dagegen groß. Ob jung oder alt: Voraussetzung für Zahnimplantate ist ein guter Gesundheitszustand und die nötige Menge an Kieferknochen. 

Inwieweit ein Zahnimplantat im Einzelfall in Frage kommt, empfiehlt ein Experte, bestenfalls ein Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg, Oralchirurg oder ein Zahnarzt mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie. Je nach Versicherungsumfang kommen die privaten Krankenkassen für die Behandlungskosten auf. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich hieran in geringem Umfang.