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Clusterkopfschmerz-Competence-Center [CCC] am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel eröffnet SPG-Implantationszentrum

Am 11.06.2014, 10:56 Uhr

Kassel, 11. Juni 2014 – In Anwesenheit von Prof. Dr. Søren Hillerup, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg an der Universität Kopenhagen, haben Dr. Andreas Böger, Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin, und Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Chefarzt der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, am 5. Juni 2014 das SPG-Implantationszentrum am Roten Kreuz Krankenhaus (RKH) Kassel eröffnet. Damit ist das interdisziplinäre Kopfschmerzzentrum am RKH Kassel eines von weltweit acht und deutschlandweit drei SPG-Implantationszentren. Am Tag der Eröffnung wurde bei den beiden ersten Clusterkopfschmerz-Patienten durch Prof. Terheyden und Prof. Hillerup eine sogenannte SPG-Sonde erfolgreich implantiert.


In einem operativen Eingriff wurde die sogenannte SPG-Sonde erfolgreich implantiert.

Clusterkopfschmerz gehört zu den schwersten Kopfschmerzerkrankungen überhaupt. Er ist charakterisiert durch streng einseitige, sehr starke und plötzlich auftretende Schmerzattacken vor allem im Bereich von Schläfe und Auge. Die Bezeichnung Cluster (englisch: „Häufung“) rührt daher, dass dieser Kopfschmerz meist periodisch gehäuft für einige Wochen bis mehrere Monate auftritt . In Deutschland leiden nach Schätzungen etwa 150.000 Menschen unter dieser Kopfschmerzform. Der Clusterkopfschmerz beeinträchtigt die Betroffenen in hohem Maße und ist mit Medikamenten häufig nicht ausreichend behandelbar. Eine neue Therapieoption verspricht Abhilfe: Eine implantierte Sonde stimuliert bei Bedarf einen Nerven am Ganglion sphenopalatinum (SPG), ein Nervenbündel, das sich hinter der Nase befindet. 

Die von Prof. Hillerup zusammen mit Neurologen und der amerikanischen Medizintechnikfirma ATI entwickelte Sonde wird über einen Einschnitt im seitlichen Zahnfleisch an der Schädelbasis eingesetzt, ohne sichtbare äußere Narben zu hinterlassen. Im Schmerzfall kann der Clusterkopfschmerz-Patient über eine äußere Fernbedienung den Stimulatorstrom regulieren und so die Attacke lindern.

Das im Dezember 2012 vom Bundesverband der Clusterkopfschmerz-Selbsthilfe-Gruppen (CSG e. V.) offiziell zertifizierte Clusterkopfschmerz-Competence-Center (CCC) in Kassel zeichnet sich aus durch die einzigartige Kooperation zwischen der Klinik für Schmerzmedizin und der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie: Die gemeinsame Leitung durch den Neurologen Dr. Andreas Böger und den Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden gewährleistet eine „Rundum-Abdeckung“ und liefert damit optimale Voraussetzungen für die Therapieform der SPG-Stimulation. „Dadurch eröffnen sich uns, und vor allen Dingen unseren Patienten, neue Spielräume in puncto Therapieerfolg und Minderung des Leidensdrucks“, so Dr. Andreas Böger. 

Der Einschluss dieser neuen Behandlungsmethode im Leistungsspektrum unterstreicht den Anspruch des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel, den Patienten eine optimale, kompetente und qualitätsgesicherte Versorgung zu bieten. „Zum Wohle unserer Patienten ist es essenziell, dass wir uns frühzeitig mit neuen Behandlungsmöglichkeiten beschäftigen und vielversprechende Therapieoptionen voll ausschöpfen“, betont Prof. Hendrik Terheyden. Als eines von drei SPG-Implantationszentren in Deutschland – neben Hamburg und Berlin – arbeitet das interdisziplinäre Kopfschmerzzentrum Kassel mit Nachsorgezentren im süd-, west- und mitteldeutschen Raum zusammen, die ihre Patienten nach Kassel zuweisen. 

Weitere Informationen zum Leistungsspektrum des RKH Kassel erhalten Sie auf www.rkh-kassel.de