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Hilfe für die Seele – Krebspatienten sind dankbar für psychologische Betreuung

Am 09.07.2014, 09:08 Uhr

Kassel, 8. Juli 2014 – Bei einer Krebserkrankung, die mit massiven körperlichen und psychischen Belastungen einhergeht, spielt auch die seelische Verarbeitung eine wichtige Rolle. Das onkologische Team am Roten Kreuz Krankenhaus (RKH) Kassel wird deshalb seit September 2013 von einer Diplom-Psychologin unterstützt. „Eine onkologische Erkrankung macht oft Angst und kann das gesamte Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen verändern. Neben der körperlichen Genesung, die in der Therapie selbstverständlich an erster Stelle steht, ist eine psychoonkologische Betreuung daher unabdingbar“, erklärt Dr. med. Mathias Kleiß, Leitender Arzt des Onkologischen Zentrums am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel. „Unsere Psychologin ist bei Patienten und Angehörigen sehr gefragt, ihre Angebote werden dankbar angenommen. Das zeigt uns, wie wichtig diese „Hilfe für die Seele“ als Ergänzung zur medizinischen Behandlung ist.“


Dr. med. Mathias Kleiß, Leitender Arzt des Onkologischen Zentrums am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel.

Ganzheitliches onkologisches Konzept
Seit 1982 ist das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel Teil des onkologischen Schwerpunktes Kassel und betreut krebskranke Patienten aus der Region Kassel und Nordhessen sowohl ambulant als auch stationär. Dabei setzt das RKH Kassel auf ein ganzheitliches onkologisches Konzept, wobei die Onkologie in die einzelnen Kliniken im Haus integriert ist. So können sich die Ärzte klinik- und fachübergreifend zu Therapiekonzepten und -optionen beraten, um den Patienten eine optimale Behandlung zu ermöglichen. Eine weitere Besonderheit: Die Psychoonkologie als medizinisches Fachgebiet hilft Krebspatienten und ihren Angehörigen dabei, die besonderen psychosozialen Belastungen zu bewältigen, die mit einer Krebserkrankung einhergehen können. Im Fokus stehen der Erhalt von Lebensqualität, die Reduktion emotionaler Belastungen und die Unterstützung beim Aufbau gesundheitsförderlichen Verhaltens. „Das Angebot steht allen Patienten des Krankenhauses und deren Angehörigen offen – gleich welche Krebserkrankung vorliegt“, betont Diplom-Psychologin Jasmin Ernst. „Dabei kann die psychoonkologische Betreuung grundsätzlich auch im Anschluss an die stationäre Behandlung fortgeführt werden.“

Konkrete psychologische Angebote
Für den Erkrankten bedeutet die Diagnose „Krebs“ oft eine schwer zu bewältigende Krisensituation. Nicht selten sind auch die betroffenen Familien und das soziale Umfeld mit der Situation überfordert. Gefühle von Angst, Depression, Wut, Panik, Hilflosigkeit, Einsamkeit und Verzweiflung sind charakteristisch. Als Hilfe in dieser Krisensituation bietet das RKH ein umfassendes Spektrum an psychologischer Unterstützung an: von Gesprächen mit Betroffenen und Angehörigen (Einzel-, Paar- oder Familiengespräche) zur individuellen Auseinandersetzung mit der Diagnose, der Behandlung und dem Krankheitsverlauf, über Unterstützung in Krisensituationen oder bei Entscheidungen im Behandlungsverlauf, bis hin zur Entwicklung neuer Lebensperspektiven. Die Diplom-Psychologin Jasmin Ernst hat ihr Büro direkt im Krankenhaus und gehört zum Team der onkologischen Tagesklinik.