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Palliativmedizin – Wichtige Begleitung in der letzten Lebensphase

Am 15.10.2013, 13:45 Uhr

Kassel, Oktober 2013: Die Deutschen werden immer älter. Laut Statistischem Bundesamt erreicht durchschnittlich jeder zweite Mann das 80. und jede zweite Frau das 85. Lebensjahr(1). Aus der veränderten Altersstruktur ergibt sich auch eine vermehrte Notwendigkeit der Palliativversorgung, also der medizinischen und psychologischen Betreuung am Lebensende. Unabhängig davon, ob alters- oder krankheitsbedingt: Die Palliativmedizin kann Krankheitssymptome, wie Schmerzen, Übelkeit, Luftnot, Müdigkeit durch verschiedene Behandlungsmethoden lindern und darüber hinaus eine wesentliche emotionale Stütze bieten – auch für die Angehörigen. Das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel hat sein Leistungsspektrum diesem Bedarf bereits angepasst. So verfügt die Klinik über die größte Palliativstation in Nordhessen und bietet alten und schwer kranken Menschen eine optimale medizinische Versorgung – stationär oder ambulant.


Professor Dr. med. Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik

Die Palliativmedizin richtet sich an Menschen, die alters- oder krankheitsbedingt eine begrenzte Lebenserwartung haben. Ein Behandlungsschwerpunkt der Medizinischen Klinik des Roten Kreuz Krankenhaus Kassel besteht in der ambulanten und stationären Palliativversorgung. So verfügt die Klinik über die größte Palliativstation in Nordhessen, ausgestattet mit einer stationären und einer spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV).  Ein großes Team aus speziell ausgebildeten Personal kümmert sich um das Wohl der Patienten und deren Angehörigen: Fachärzte, Pflegefachkräfte, Psychologen, Sozialarbeitern bis hin zu Physiotherapeuten, Seelsorgern und ehrenamtlichen Hospizmitarbeitern. „Das Ziel der Palliativmedizin ist es nicht, Krankheiten zu heilen, sondern Beschwerden bestmöglich zu lindern. Wir möchten den Patienten und ihrenAngehörigen trotz Krankheit ein Leben ohne Schmerzen oder andere Krankheitssymptome ermöglichen und sie darin unterstützen, die ihnen verbleibende Zeit nach ihren Wünschen zu gestalten“, erklärt Prof. Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel.   

Medizinische und psychologische Betreuung 
„Wir erstellen für jeden Patienten einen spezifischen Therapieplan, der je nach dem individuellen Beschwerdebild aus einer gezielten Schmerztherapie, Physiotherapie, Ernährungstherapie sowie der emotionalen und spirituellen Unterstützung durch Psychologen und Seelsorger bestehen kann“, so Prof. Löser. Dabei betont der Experte: „Palliativstationen sind nicht mit Hospizen gleichzustellen, in denen Patienten bis zu ihrem Tod gepflegt werden. Vielmehr geht es hier darum, die akuten Beschwerden während des Aufenthalts zu behandeln und alle nötigen Vorbereitungen zu treffen, damit der Patient bestenfalls in seine gewünschte häusliche Umgebung entlassen werden kann.“ 

Umfassendes Behandlungskonzept 
Eine Entlassung aus der Klinik bedeutet nicht, dass Patienten und Angehörige dann auf sich alleine gestellt sind. So sorgt das Palliativ-Care-Team des Roten Kreuz Krankenhauses sieben Tage die Woche dafür, dass die Betreuung zu Hause, im Hospiz oder in der Pflegeeinrichtung in Kooperation mit dem Hausarzt weitergeführt wird. „Eine 24-Stunden Rufbereitschaft und Hausbesuche ergänzen die hausärztliche Versorgung und ambulante Pflege optimal und unterstützen gleichzeitig die Angehörigen“, erklärt Prof. Löser. „Durch unser Gesamtkonzept bestehend aus ambulanten Palliativ-Team und Palliativstation können wir jederzeit auf die Bedürfnisse unserer Patienten eingehen, so dass sie die verbleibende Zeit  in ihrer vertrauten Umgebung möglichst beschwerdefrei erleben können,“ so Prof. Löser weiter.  Das Konzept der Palliativstation beinhaltet zudem eine enge Zusammenarbeit mit betreuenden Hausärzten, niedergelassenen Kollegen anderer Fachrichtungen, ambulanten Pflegediensten und Hospizen, umliegenden Krankenhäusern sowie der Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit Nordhessen e.V.  

Was bedeutet Palliativ?
Palliativ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „den Mantel um jemanden legen“. Im übertragenen Sinn ist damit die ganzheitliche Fürsorge gemeint, die auf die Linderung von körperlichen Beschwerden, psychischen oder sozialen Schwierigkeiten in einer weit fortgeschrittenen Krankheitssituation ausgerichtet ist. 

Quelle

1. Bundesamt für Statistik, Wiesbaden, 2012.