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Hessens erste Schmerztagesklinik am Roten Kreuz Krankenhaus (RKH) Kassel

Am 01.08.2016, 10:42 Uhr

Für chronische Schmerzpatienten bietet sich seit Juli die Möglichkeit einer teilstationären Therapie. In der neu geschaffenen Schmerztagesklinik des Roten Kreuz Krankenhauses (RKH) Kassel stehen acht Behandlungsplätze zur Verfügung. Für vier Wochen erhalten Patienten tagsüber eine multimodale Schmerztherapie und kehren abends in ihr häusliches Umfeld zurück. „Mit der Tagesklinik schließen wir eine Versorgungslücke für die Patienten“, erklärt Dr. Andreas Böger, Chefarzt der Schmerzklinik am RKH Kassel und Leiter der Tagesklinik. Bei dem Angebot handelt es sich um das erste dieser Art in ganz Hessen.


Leiter der Schmerzklinik und der Schmerztagesklinik: Dr. Andreas Böger.

Mit der Tagesklinik schafft das Rote Kreuz Krankenhaus ein Bindeglied zwischen seinem ambulanten Schmerzzentrum und seiner stationären Schmerzklinik. „Wir besitzen nun ein Therapieangebot für diejenigen Patienten, für die bislang weder eine ambulante noch eine stationäre Behandlung angemessen war“, freut sich Böger. Patienten, die unter chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates oder Fibromyalgie leiden, können nun auch in der Tagesklinik behandelt werden. Für eine Aufnahme müssen die Schmerzen bereits länger als drei Monate anhalten und alle anderen Therapien fehlgeschlagen sein. Zudem sollten keine zusätzlichen Krankheiten oder ein Medikamentenfehlgebrauch vorliegen. Bei Erfüllung dieser Kriterien erhält der Patient für den Zeitraum von vier Wochen von jeweils Montag bis Freitag ein festgelegtes Therapieprogramm in der Tagesklinik. Es beginnt morgens und endet nachmittags, den Abend und die Nacht verbringt er zu Hause in seinem gewohnten Umfeld. „Unser Angebot besitzt den Vorteil, dass die erlernten Schmerzbewältigungsstrategien sofort in den Alltag integriert werden können“, erläutert Böger.

Bei der Behandlung setzen der Chefarzt und sein Team auf das Kasseler Aktiv Programm (KAP-T), das sowohl tagesklinisch (KAP-T) als auch stationär (KAP-S) ausgerichtet werden kann und für jeden Patienten eine individuelle Therapie vorsieht. Es vereint dafür Module der Schul- und der Komplementärmedizin mit verschiedenen Techniken der Physiotherapie, Manuellen Medizin, Osteopathie, Feldenkrais-Methode und Qi Gong. Neben Techniken zur Schmerzlinderung lernen die Betroffenen auch, Schmerzauslöser zu erkennen sowie Verhaltensweisen und Denkmuster, die zur Chronifizierung des Schmerzes beitragen, zu verändern. „Unser Ziel ist es, dem Patienten wieder Lebensqualität und Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit zu vermitteln“, erklärt Böger. Den Patienten stehen dafür ärztliche Schmerztherapeuten verschiedener Fachrichtungen, Physiotherapeuten sowie Psychologen zur Verfügung.
Patienten, die das Angebot in Anspruch nehmen wollen, wenden sich entweder telefonisch unter der Nummer 0561/3086-5790 oder per E-Mail (schmerzklinik(at)rkh-kassel.de) an das Schmerzzentrum Kassel.

Die Schmerzklinik des RKH Kassel gehört mittlerweile zu den bundesweit größten Schmerzzentren. Unter ihrem Dach befinden sich sowohl Hessens größte Schmerzklinik als auch Hessens erste Schmerztagesklinik. Chefarzt der Klinik, Dr. Andreas Böger, ist darüber hinaus Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e. V. (BVSD) sowie Regionalleiter der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS).