Home

Schulung mit Fingerfarbe und UV-Licht

Am 29.05.2012, 10:00 Uhr

Neben der Kompetenz der behandelnden Ärzte, der Fürsorge des Pflegepersonals und einer modernen Krankenhausausstattung ist für die sichere und schnelle Genesung der Patienten kaum etwas so wichtig wie eine ausreichende Händehygiene. Schließlich sind die Hände der häufigste Überträger von Infektionen. Krank machende Erreger sind für das menschliche Auge unsichtbar.


Die Fingerfarbe macht deutlich, wie schwierig es ist, Handschuhe Auszuziehen, ohne die Arme oder Hände zu berühren.

Wasserhahn aufdrehen, und los geht`s: Hände befeuchten, einseifen, abwaschen, abtrocknen, desinfizieren. Das Händewaschen ist eine mehrmals am Tag wiederholte Tätigkeit. Eingelebt und routiniert. Im Krankenhaus spielt die Händedesinfektion eine erheblich wichtigere Rolle als das Hände waschen. Krankheitserreger werden durch die Desinfektion weitaus effektiver abgetötet als durch das Waschen mit Wasser und Seife.

Um auf die Wichtigkeit der Händedesinfektion im Krankenhaus hinzuweisen und anschauliche Übungen zum Thema Händesdesinfektion durchzuführen fand am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel (RKH) eine Informationsveranstaltung der AKTION Saubere Hände statt.

Für Personal und Patienten boten die unterschiedlichen Stände nicht nur Informationsmöglichkeiten, sie wurden zum aktiven Mitmachen aufgefordert. Reibt man sich die behandschuhten Hände zum Beispiel mit Fingerfarbe ein, muss man beim Ausziehen sehr darauf achten, nicht Farbe an die Unterarme oder Hände zu bekommen. So wird geübt „mit Erregern“ besiedelte Handschuhe auszuziehen ohne Keime an Armen und Händen zu verteilen. Doch auch der Einsatz von UV-Licht kann, ganz in CSI-Manier, potentielle Bösewichte in versehentlich nicht desinfizierten Hautpartien aufspüren. Man sollte sich von deren Größe nicht täuschen lassen. Sie sind zwar mikroskopisch klein, können dem Menschen jedoch durchaus gefährlich werden. Außerdem bietet ihnen die winzige Größe den entscheidenden Vorteil sich in der winzigsten Hautfurche verstecken zu können. In einem solchen Unterschlupf vor Wasser und Desinfektionsmittel geschützt, wandern sie durch Händeschütteln oder mithilfe von Türklinken von Mensch zu Mensch. In Zeiten von Grippeepidemien oder im Krankenhausalltag kann dies zu verheerenden Kettenreaktionen führen.

„Mit unserem im Oktober 2011 gegründeten Arbeitskreis Hygiene arbeiten wir stetig daran unseren hohen hygienischen Qualitätsstandard nicht nur zu erhalten, sondern auch noch weiter zu verbessern“, sagt Dr. Friedrich Del Barba, Hygienebeauftragter Arzt des RKH. „Nach dem wir im letzten Jahr bei der Aktion saubere Hände das Zertifikat in Bronze erreicht haben, versuchen wir unter Einsatz aller Mitglieder unseres aus Ärzten und Pflegekräften aller Abteilungen bestehenden Arbeitskreises im nächsten Jahr als erste in Hessen das goldene Zertifikat zu erreichen.“ Neben Schulung des Personals ist ein entscheidendes Kriterium hierbei vor allem die in den Einrichtungen verbrauchte Menge an Händedesinfektionsmittel. „In diesem Jahr ist der Verbrauch und damit die Anzahl der hygienischen Händedesinfektionen deutlich angestiegen“, so Dr. Del Barba.