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Der Nachfrage nach Spezialgebieten gerecht werden

Am 15.04.2011, 11:47 Uhr

Das Rote Kreuz Krankenhaus in Kassel ist befindet sich im Bau-Marathon. Neben der Vergrößerung und Verlegung von Bereichen entstehen auch neue Abteilungen. Michael Gribner, Geschäftsführer des Roten Kreuz Krankenhauses, erklärt, welche aktuellen Entwicklungen die umfassenden Baumaßnahmen notwendig machen.


Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel

(AHE) „Bis zum Jahr 2003 hatte das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel eine Struktur mit fünf Fachabteilungen und Belegbetten“, berichtet Michael Gribner, Geschäftsführer des Roten Kreuz Krankenhaus Kassel. In der Klinik waren zu diesem Zeitpunkt die Disziplinen Innere Medizin, Anästhesie, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie HNO vertreten. „Die dramatischen Veränderungen im Gesundheitsmarkt erforderte jedoch von den Leistungserbringern Strukturanpassungen und vor allem die Spezialisierung auf hohem Qualitätsniveau“, begründet Gribner die Änderungen, die im Laufe des letzten Jahrzehnts nötig waren. 

„Begonnen hat dies im Juni 2003 mit dem Aufbau der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Die Klinik für Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirurgie kam 2007 dazu“, beschreibt der Geschäftsführer des Kasseler Hauses. Seit dem 1. April 2010 beheimatet das Rote Kreuz Krankenhaus außerdem die Klinik für Schmerztherapie. Ab Ende 2011 wird das Krankenhaus darüber hinaus eine 15 Betten umfassende Station zur palliativen Betreuung von Patienten haben. Nach der Verlegung und Vergrößerung der Station wird sie die zweitgrößte Palliativstation in Hessen sein. Außerdem wird das Rot Kreuz Krankenhaus in Zukunft in der neu entstehenden Palliativ-Akademie Fort- und Weiterbildung für medizinisches und pflegerisches Personal anbieten. „Die Erweiterung der Station und der Neubau der Akademie haben einen besonderen Stellenwert, da wir bereits jetzt in den unterschiedlichsten Abteilungen ein onkologisches Tätigkeitsgebiet haben. Zusammen mit unserer Kompetenz im Bereich Schmerztherapie macht diese Baumaßnahme die Sache sozusagen rund“, erklärt Gribner. 

„Mittlerweile haben sich unsere bereits bestehenden Spezialgebiete gut etabliert. So gut, dass wir unsere Kapazitäten aufstocken müssen um der Nachfrage gerecht zu werden“, berichtet Gribner und erläutert die weiteren Baumaßnahmen: „Auch weil wir uns auf eine verstärkte Notfallversorgung einrichten müssen, sind einige Um- und Neubauten notwendig geworden. Der Dachlandeplatz musste modernisiert werden und auch die Unterkunft für die Besatzung des Rettungshubschraubers war schon lange nicht mehr zeitgemäß und extrem beengt. Außerdem ist die Aufstockung der Kapazitäten auf der Intensivstation ein wichtiger Bestandteil in der Aufgabenstellung als Notfallkrankenhaus“. In der Intensivstation werden mit dann 11 Intensiv- und 10 Intermediate-Care-Betten zukünftig fast doppelt so viele Patienten behandelt werden können wie bisher. Damit diese Station in diesem Ausmaß vergrößert werden kann, musste die klinikeigene Apotheke ihren Standort räumen und wurde in den Keller des Hauses verlegt. „In der Zeit, in der viele Krankenhäuser ihre Apotheken aufgegeben haben, haben wir uns bewusst für den entgegen gesetzten Schritt entschieden, weil wir der Überzeugung sind, dass das gesamte Spektrum einer eigenen Apotheke – also von der Beratung bis zur Direkt-Verfügbarkeit - auch ein wichtigen Wettbewerbsfaktor im Gesundheitswesen darstellt“, erklärt der Geschäftsführer. „Durch diese Entscheidung sichern wir außerdem Arbeitsplätze“. 

Das gestiegene Patientenaufkommen am Roten Kreuz Krankenhaus war auch ausschlaggebend für die Entscheidung, die Radiologie zu vergrößern. „Wir werden nicht nur neue Räume für das CT und das MRT haben, sondern auch neue Büro- und Diensträume. Es wird außerdem einen direkten Anschluss an den neuen Schockraum und die neue Liegend-Kranken-Anfahrt geben“. Eine weitere Baumaßnahme ist der Neubau der Energiezentrale. „Auch wenn der Patient von der Energiezentrale nicht viel mitbekommt, ist sie wichtiger Teil eines Krankenhauses. Denn ein wachsendes Haus mit seiner gesamten technischen Ausstattung benötigt natürlich auch viel Energie. Die neue Energiezentrale wird uns eine größtmögliche Ausfallsicherheit bieten. Und im Notfall übernimmt das das neue Notstrom-Aggregat“, sagt der Geschäftsführer des Hauses. Die letzten Arbeiten der laufenden Baumaßnahmen sollen im April 2012 fertiggestellt werden.