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Vollnarkose in schwierigen Fällen: Die Fiberoptische Intubation

Am 30.11.2012, 10:12 Uhr

Die Sicherheit der Patienten wird durch den Einsatz der Fiberoptischen Intubation selbst bei schwierigen Intubationsverhältnissen weiter erhöht.


PD Dr. med. Ulrich Fauth, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin

Der Patient sieht vor dem Einschlafen nur die Sauerstoff-Maske – aber erst mit dem Einspritzen des Narkosemittels in die Infusion beginnt die eigentliche Narkose. Damit auch nach dem Einschlafen ausreichend Sauerstoff in die Lunge gelangt, wird ein Tubus („Beatmungsschlauch“) in die Luftröhre eingeführt. Dies erfolgt normalerweise durch den Mund. Kann jedoch der Patient den Mund nicht weit genug öffnen, zum Beispiel bei Entzündungen im Bereich der Zähne oder des Kiefers, muss eine andere Technik angewendet werden. Bei der so genannten "Fiberoptischen Intubation" wird ein dünnes flexibles optisches Instrument (das "Bronchoskop") durch die Nase bis in den Kehlkopf eingeführt. Dies erfolgt beim noch wachen Patienten nach einer Oberflächenbetäubung der Nasenschleimhaut. Hat der Narkosearzt den "richtigen Weg" gefunden, lässt er den Patienten, wie bei einer ganz normalen Narkose, einschlafen. Erst dann führt er über das Bronchoskop den Tubus in die Luftröhre ein. Für den Patienten ist diese Prozedur nicht unangenehm - für den Narkosearzt jedoch sehr anspruchsvoll. Seit kurzem steht uns nun eine spezielle Videokamera zur Verfügung, mit deren Hilfe der Narkosearzt das Bild aus den Atemwegen des Patienten direkt auf dem Bildschirm sehen kann. Dies erleichtert das Einführen des Bronchoskops und bietet auch die Möglichkeit, jüngere Ärzte in der Technik auszubilden. Wir können so die Sicherheit unserer Patienten weiter erhöhen und stellen sicher, dass uns auch Patienten mit schwierigen Intubationsverhältnissen in guter Erinnerung behalten!