Home

Abschied nach 22 Jahren

Am 27.06.2016, 11:39 Uhr

Chefarzt Professor Dr. Rudolf Hesterberg geht in den Ruhestand


Dr. Walter Lohmeier, Verwaltungsratsvorsitzender des RKH Kassel, RKH-Geschäftsführerin Elisabeth Deterding und Professor Dr. Rudolf Hesterberg (v. l.)

Professor Dr. Rudolf Hesterberg verlässt zum 15. Juli die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Roten Kreuz Krankenhauses (RKH) Kassel, die er 22 Jahre als Chefarzt leitete. Darüber hinaus bekleidete er insgesamt sieben Jahre das Amt des Ärztlichen Direktors. „Mit seiner Arbeit hat Professor Dr. Hesterberg das Profil des RKH mitgeprägt, wofür wir ihm zu großem Dank verpflichtet sind“, so RKH-Geschäftsführerin Elisabeth Deterding. Seine Nachfolge als Chefarzt tritt Privatdozent Dr. Kia Homayounfar an, der bislang als erster Oberarzt in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) tätig war.

Nach seiner Tätigkeit für die Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf übernahm Hesterberg 1994 als Chefarzt die Chirurgische Klinik des Roten Kreuz (RKH) Krankenhaues Kassel. Hier behandelte er Patienten der Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Unfallchirurgie. 2008 wurde er Leiter der neu gegründeten Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und gab den Bereich der Unfallchirurgie an die 2007 gegründete Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin ab. „Mir war es immer wichtig, meinen Beitrag zur Weiterentwicklung des Krankenhauses zu leisten“, erläutert Hesterberg einen Grundsatz seiner Arbeit. RKH-Geschäftsführerin Elisabeth Deterding meint dazu: „Mit seinem Engagement und seiner Innovationskraft ist es Professor Hesterberg gelungen, eine Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie zu schaffen, die weit über die Grenzen unserer Region hinaus als Aushängeschild unseres Krankenhauses wahrgenommen.

Aufbau hoher Qualität und Standards

Als Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie baute Hesterberg die Koloproktologie, minimalinvasive Chirurgie und onkologische Chirurgie systematisch aus. Bereits im Jahr 2008 erhielt seine Klinik die Anerkennung als Kompetenzzentrum für Koloproktologie der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e. V. (DGAV) und der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie e. V. (DGK). 2014 erfolgte die erfolgreiche Re-Zertifizierung. Heute führt die Klinik nicht nur Gallen- und Hernienoperationen, sondern auch den größten Teil der darmchirurgischen Eingriffe minimal-invasiv durch. Patienten profitieren davon durch geringere postoperative Schmerzen und eine schnellere Genesung. In der Gallenchirurgie, Rektumkarzinom-Chirurgie und bei Appendektomien hält seine Klinik ein konstant hohes Niveau, was externe Qualitätsregister bestätigen. „Alle meine Mitarbeiter haben durch ihr persönliches Engagement und ihr Qualitätsbewusstsein diesen Erfolg erst möglich gemacht“, erklärt Hesterberg stolz. „Das ist nicht selbstverständlich.“

Interdisziplinäre Behandlung von Patienten

Auch trieb der Experte interne und externe Kooperationen zum Wohle des Patienten voran: Im gastroenterologischen und viszeralchirurgischen Bereich arbeiten die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und die Medizinische Klinik heute eng zusammen. „Dafür möchte ich mich besonders bei Professor Dr. Christian Löser für diese hervorragende Zusammenarbeit bedanken“, so Hesterberg. Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen erhalten am RKH grundsätzlich eine interdisziplinäre Betreuung. Dieses Prinzip gilt auch für die onkologische Chirurgie. Hier arbeiten die Chirurgen eng mit den Experten der im Jahr 2014 gegründeten Klinik für Interdisziplinäre Onkologie zusammen. Patienten profitieren von der fachübergreifenden Behandlung durch ein maßgeschneidertes Behandlungskonzept, abgestimmt auf ihre individuelle Krankheitssituation. „Zu diesem Erfolg trägt auch die gelungene Zusammenarbeit mit unseren externen Partnern von der Pathologie Nordhessen unter der Leitung von Professor Dr. Josef Rüschoff und der Praxis für Radiologie, Nuklear- und Strahlentherapie von Claudia Rottmann-Ickler bei“, so der scheidende Chefarzt.

Verdienste als Ärztlicher Direktor

Während seiner Tätigkeit für das Rote Kreuz Krankenhaus (RKH) Kassel war Hesterberg nicht nur Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, sondern auch insgesamt sieben Jahre als Ärztlicher Direktor des Hauses tätig. „In dieser Funktion behielt er stets die Gesamtinteressen des Hauses im Blick und leistete auch hier einen erheblichen Beitrag zur Weiterentwicklung des Roten Kreuz Krankenhauses“, erklärt Deterding. Zu seinen Aufgaben zählten nicht nur die übergeordnete Organisation des ärztlichen Dienstes im gesamten Krankenhaus, sondern auch die Qualitätsüberwachung, die Einhaltung der Hygienevorschriften, die Vertretung von Patienteninteressen sowie die enge Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung. Hesterbergs Amt als Ärztlicher Direktor übernimmt Professor Dr. Ernst Magnus Noah, Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie. Er war bereits von 2012 bis 2013 in dieser Funktion für das RKH tätig.

Neuer Chefarzt: PD Dr. Kia Homayounfar 

Neuer Chefarzt der Klinik wird Privatdozent Dr. Kia Homayounfar, der zuletzt als erster Oberarzt in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) arbeitete. Neben seinen Schwerpunkten in der Allgemein- und Viszeralchirurgie widmet er sich künftig noch stärker dem Bereich der endokrinen Chirurgie. Seine Tätigkeit am Roten Kreuz Krankenhaus nimmt Homayounfar zum 16. Juli auf.