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Hoher Besuch im Roten Kreuz Krankenhaus Kassel

Am 25.10.2011, 10:25 Uhr

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sowie der stellvertretende Ministerpräsident und Justizminister Hessens, Jörg Uwe Hahn, besuchten das Rote Kreuz Krankenhaus in Kassel – Bau- und Modernisierungsmaßnahmen sind von großer Bedeutung für die Gesundheitsversorgung der Region – Das Krankenhaus ist konzeptionell gut aufgestellt


(BvT) „Wir freuen uns natürlich sehr, dass der Bundesgesundheitsminister und der stellvertretende Ministerpräsident Hessens ihren Aufenthalt in Kassel auch dazu nutzen, unserem Krankenhaus einen Besuch abzustatten, um sich über die aktuellen Baumaßnahmen zu informieren“, kommentiert die Geschäftsführerin des Roten Kreuz Krankenhauses, Elisabeth Deterding, den hohen Besuch aus Berlin und Wiesbaden. Der Ärztliche Direktor des Krankenhauses, Prof. Dr. Ernst Magnus Noah ergänzt: „Dies unterstreicht einmal mehr die Bedeutung, die die Erweiterung und Modernisierung unseres Hauses für die Gesundheitsversorgung der Stadt und der Region besitzen.“

Staatsminister Daniel Bahr und der Hessische stellvertretende Ministerpräsident und Justizminister Jörg Uwe Hahn hatten sich am heutigen Dienstag im Anschluss an eine Eröffnungsveranstaltung im Bundessozialgericht für einen Besuch in der Kasseler Klinik angekündigt, um sich über die aktuellen Baumaßnahmen zu informieren, die sowohl aus Bundes- wie aus Landesmitteln gefördert werden. Beide Politiker zeigten sich beeindruckt vom Umfang der Erweiterung und lobten die konzeptionelle Ausrichtung des Krankenhauses. 

Neue Palliativstation wird zum Meilenstein der Palliativmedizin in Nordhessen

„Mit unserer neuen Palliativ-Station wird die derzeitige Kapazität zur stationären Versorgung schwerstkranker Menschen in der letzten Lebensphase von derzeit vier auf dann 15 Betten aufgestockt“, erläutert die leitende Oberärztin der Palliativstation des Krankenhauses, Dr. Nina-Kristin Eulitz den Ministern und ergänzt: „Damit wird die größte und eine der modernsten Palliativstationen Hessens am Roten Kreuz Krankenhaus angesiedelt sein, die einen wichtigen Beitrag leisten wird, um die bestehende Unterversorgung in der Region abzufedern und dem steigenden Bedarf palliativmedizinischer Begleitung gerecht zu werden.“ Ebenso wichtig wie eine ausreichende Versorgungskapazität sei der konzeptionelle Ansatz der Palliativversorgung am Roten Kreuz Krankenhaus. Dazu führt Eulitz aus: „Moderne Palliativversorgung kann nur berufsgruppenübergreifend, interdisziplinär und sektorenübergreifend ausgerichtet sein. Für beide Kriterien liegen an unserem Haus optimale Voraussetzungen vor.“ Durch die enge Kooperation zwischen der Medizinischen Klinik, der onkologischen Ambulanz und der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie sei das Krankenhaus hervorragend für die interdisziplinäre medizinische Versorgung schwerstkranker Patienten aufgestellt.Auf Wunsch der Patienten und ihrer Familien kann durch das Palliativteam des Roten Kreuz Krankenhauses im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) die häusliche Versorgung ermöglicht werden. 

Außerdem bietet das Rote Kreuz Krankenhaus in der Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit APPH Nordhessen e.V. Fort- und Weiterbildung für medizinisches und pflegerisches Personal an. Geschäftsführerin Deterding macht dazu deutlich: „Die berufsgruppenübergreifende Ausbildung in der Palliativ- Akademie und ihre enge räumliche und konzeptionelle Anbindung an die stationäre Versorgung in der neuen Station bündelt die Kompetenzen der Palliativversorgung an unserem Haus in optimaler Weise und stellt ein in Hessen einmaliges Angebot dar.“ Gefördert wird die Maßnahme, deren Gesamtkosten sich auf rund 4 Millionen Euro belaufen und die Ende 2011 fertig gestellt sein wird, mit 1,7 Millionen Euro aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes. 

Modernisierung und Ausbau der Intensivmedizin stärkt Notfallstandort

Die zweite große Maßnahme am Roten Kreuz Krankenhaus stellen Umbau und Modernisierung der Intensivstation dar. „Die mit der Baumaßnahme verbundene deutliche Aufstockung der Kapazitäten unserer Intensivstation ist ein wichtiger Beitrag für unsere Aufgabenstellung als Notfallkrankenhaus“, führt der Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin, Privatdozent Dr. Ulrich Fauth aus. „Als Standort des Rettungshubschraubers Christoph 7 und wichtiger Bestandteil der regionalen intensivmedizinischen Notfallversorgung verfügen wir dann über eine der modernsten und leistungsfähigsten Intensivstationen in Nordhessen“, so Fauth weiter. Nach Abschluss der Umbaumaßnahme im April des kommenden Jahres wird die neue Intensivstation mit 11 Intensiv- und 10 Intermediate-Care-Betten künftig fast doppelt so viele Patienten aufnehmen können wie bisher. Zusammen mit dem Anbau des Bettenhauses wird diese Maßnahmen bei Gesamtkosten von 8,5 Millionen Euro mit 7,9 Millionen Euro vom Land Hessen gefördert. Geschäftsführerin Deterding kommentiert dazu: „Das zeigt die Bedeutung, die das  Rote Kreuz Krankenhaus als Notfallstandort auch für die Landespolitik besitzt.“ 

Wirtschaftlichkeit und Handlungsfreiräume für eine bessere Medizin

Abschließend erläuterten Geschäftsführerin und Ärztlicher Direktor den Ministern die Strategie des Hauses, um der schlechten finanziellen Ausgangslage von Krankenhäusern zu begegnen. „Wir treten klar für eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern und die Schaffung von Freiräumen für unternehmerisches Handeln ein. Denn dies kann wertvolle Impulse zur Weiterentwicklung moderner Medizin setzen. Bei den derzeitigen Rahmenbedingungen sind diese Freiräume allerdings kaum aus eigener Kraft zu schaffen, denn die jährlichen Kostenanstiege können nicht mit Umsatzsteigerungen im Leistungsbereich der Gesetzlichen Krankenversicherungen ausgeglichen werden. Damit reicht für viele Krankenhäuser die Finanzierungsgrundlage nicht aus, um aus unternehmerischem Antrieb attraktive medizinische Angebote zu entwickeln“, so Deterding. Noah ergänzt dazu abschließend: „Wir begegnen am Roten Kreuz Krankenhaus diesem strukturellen Dilemma des Krankenhaussektors mit einer strategisch intelligent geplanten fachlichen Ausrichtung und Kombination von Disziplinen, die ein maximales Maß an interdisziplinärer Medizin zulassen. So sind wir in der Lage, einzigartige medizinische Angebote wie zum Beispiel in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Schmerztherapie oder der Onkologie anzubieten.“