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Herbstzeit ist Beginn der Norovirenzeit!

Am 30.10.2012, 14:18 Uhr

Die Übertragung der Noroviren hat in den Monaten Oktober bis März ihren saisonalen Gipfel.


Zur Vermeidung einer Übertragung stehen im privaten Bereich vor allem die Händehygiene und eine sorgfältige Sanitärhygiene im Vordergrund.

Sicherlich haben Sie aus den Medien von den über 10.600 Menschen in den neuen Bundesländern gehört, die in letzter Zeit an Noroviren erkrankt sind. Noroviren sind weltweit verbreitet. Sie sind für einen Großteil der nicht durch Bakterien verursachten Magen-Darm- Erkrankungen bei Kindern (ca. 30 %) und bei Erwachsenen (bis zu 50 %) verantwortlich. Besonders häufig sind Kinder unter 5 Jahren und Erwachsene ab 70 Jahren betroffen. Infektionen mit Noroviren können das ganze Jahr über auftreten, wobei ein saisonaler Gipfel in den Monaten Oktober bis März zu beobachten ist.

Die Viren werden über den Stuhl und das Erbrochene des Menschen ausgeschieden. Die Infektiosität ist sehr hoch, die minimale Infektionsdosis liegt bei ca. 10–100 Viruspartikeln. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral (z.B. Handkontakt mit kontaminierten Flächen) oder durch die orale Aufnahme virushaltiger Tröpfchen, die im Rahmen des schwallartigen Erbrechens entstehen. Die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist in erster Linie die Ursache für die hohe Zahl an Norovirus-Infektionen. Allerdings können aber auch von kontaminierten Speisen (Salate, Krabben, Muscheln u. a.) oder Getränken (verunreinigtes Wasser) Infektionen ausgehen. Die Dauer von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung dauert 6-50 Stunden.

Noroviren verursachen akut beginnende Magen-Darm-Beschwerden, die durch schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle gekennzeichnet sind und zu einem erheblichen Flüssigkeitsdefizit führen können. In einzelnen Fällen kann die Symptomatik auch auf Erbrechen ohne Durchfall oder auf Durchfall ohne Erbrechen beschränkt sein. In der Regel besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Mattigkeit. Nach 12-48 Stunden klingen die Symptome meist ab. Bei wässrigen Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen besteht besonders die Gefahr, dass viel Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte) verloren gehen und es dadurch zu einer gefährlichen Austrocknung des Körpers kommt. Der Verlust von Flüssigkeit und Salzen muss durch entsprechend gesteigerte Flüssigkeitszufuhr (viel trinken!) wieder ausgeglichen werden (z.B. zucker-/ elektrolythaltige Getränke und Salzgebäck). Bei starken Beschwerden oder/ und bestehenden gravierenden Vorerkrankungen muss gegebenenfalls ein Arzt beziehungsweise eine Rettungsstelle aufgesucht werden. Säuglinge unter 6 Monate sollten in jedem Fall von einem Arzt untersucht werden.

Maßnahmen zur Vermeidung der Weiterverbreitung:

Abhängig vom Erreger ist es möglich, dass erkrankte Personen bei akutem Brechdurchfall hoch ansteckungsfähig sind. Zur Vermeidung einer Übertragung auf fäkal- oralem Wege oder beim Erbrechen stehen im privaten Bereich vor allem die Händehygiene und eine sorgfältige Sanitärhygiene im Vordergrund.

 Wie lange kann man sich anstecken?
Während und 48 Stunden nach dem letzten Durchfall oder Erbrechen (d. h. bis zur sicheren Beendigung der Symptome), aber auch nach der akuten Phase kann Ansteckungsgefahr bestehen.