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Ärztliche Fortbildung am RKH Kassel - Ärzte diskutieren die große medizinische Herausforderung des 21. Jahrhunderts: das Metabolische Syndrom

Am 19.02.2014, 12:09 Uhr

Kassel, 18. Februar 2014 – Unter einem Metabolischen Syndrom verstehen Experten eine Kombination unterschiedlicher Risikofaktoren: Am Anfang steht meistens zu viel Bauchfett – Mediziner sprechen auch von Adipositas. Sie führt häufig zu krankhaften Veränderungen im Fett- und Zuckerstoffwechsel. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein körpereigenes Hormon: Insulin. Es kann im Gewebe nicht mehr richtig wirken, es kommt zur sogenannten Insulinresistenz. „Eine immer ungesündere, hochkalorische Ernährung sowie der zunehmende inaktive Lebensstil werden weltweit zu einer hohen Betroffenenzahl führen – und das kurz- bis mittelfristig“, so Professor Dr. med. Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik des Roten Kreuz Krankenhauses (Rel ihre Patienten auf das Metabolische Syndrom untersuchen und die entsprechenden Risikofaktoren frühzeitig erkennen und Einfluss darauf nehmKH) Kassel über das metabolische Syndrom. Grund genug, im Rahmen des traditionellen Frühjahrsseminars des Roten Kreuz Krankenhaus Kassel mit etwa 100 Ärzten am 26. Februar ganz praxisorientiert moderne Therapiestrategien in Bezug auf die Risikofaktoren zu erörtern. So stehen die neuesten Therapiestandards zu den Themen Diabetes, Adipositas sowie die Störungen des Fettstoffwechsels auf dem Kasseler Programm. „Ziel unserer Veranstaltung ist, dass die teilnehmenden Ärzte zunehmend sensiben“, so Prof. Löser.


Professor Dr. med. Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik

Wichtige Fakten zum Metabolischen Syndrom:
In den Industrienationen sind bis zu 30 Prozent der Gesamtbevölkerung von einem Metabolischen Syndrom betroffen, darunter immer mehr jüngere Menschen. Krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit sowie Behandlungskosten beeinflussen zunehmend unsere Gesamtwirtschaft.  

Das Metabolische Syndrom fasst verschiedene Faktoren zusammen, die häufig zu Herz-Kreislauf Erkrankungen führen. Dazu gehören:

•    Übergewicht und Adipositas
•    ein gestörter Fett- und Cholesterinhaushalt
•    Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) und
•    ein krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel  durch zu geringe Insulinwirkung

Die Symptome des Metabolischen Syndroms bleiben oft lange Zeit unentdeckt, da es selbst keine Schmerzen oder Beschwerden verursacht. Der Arzt diagnostiziert es meist zufällig bei einer Vorsorgeuntersuchung - oder erst nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Warum ist ein Metabolisches Syndrom so gefährlich? 

Messbare Veränderungen bei einem Metabolischen Syndrom sind erhöhte Blutfette (Triglyceride), ein vermindertes HDL-Cholesterin, erhöhte Werte des Nüchtern-Blutzuckers und erhöhte Blutdruckwerte. Jeder dieser Faktoren ist ein Risikofaktor für Veränderungen an den Blutgefäßen. Sie können im Laufe mehrerer Jahre zu einer "Arterienverkalkung" (Arteriosklerose) führen. Spätfolgen sind Durchblutungsstörungen und bleibende Schäden an lebenswichtigen Organen (Herz, Gehirn und Niere). Außerdem erhöht das Metabolische Syndrom signifikant die Häufigkeit verschiedener Krebsarten, wie z. B. Dickdarmkrebs.