Ernährungsmedizin

Die Medizinische Klinik hat seit Jahren einen Schwerpunkt "Klinische Ernährungsmedizin" etabliert, um insbesondere bei chronisch Kranken, Tumorpatienten und älteren Menschen Mangelernährung rechtzeitig erkennen und besser individuell behandeln zu können. 25 Prozent aller Patienten in Krankenhäusern sind unter- und mangelernährt. Unbehandelte Unter- und Mangelernährung hat einen nachweisbar negativen Einfluss auf die Prognose, die Komplikationsrate, die Sterblichkeit, die Krankenhausverweildauer und auch die Lebensqualität dieser Patienten. Unter-/Mangelernährung ist ein unabhängiger Risikofaktor. Daher ist eine frühzeitige Erkennung und konsequent gezielte Behandlung von Unter- und Mangelernährung essentieller und hocheffektiver Bestandteil ärztlicher Therapie und Prävention.
Im Rahmen des von uns entwickelten "Kasseler Modells" haben wir ein umfangreiches diagnostisches und therapeutisches Programm etabliert. Ziel ist es, Patienten mit dem Risiko für Unter- und Mangelernährung unmittelbar bei der Aufnahme frühzeitig zu erkennen. Anhand etablierter und standardisierter Behandlungspfade wird für sie eine individuelle Ernährungsmaßnahme eingesetzt. Hiermit versuchen wir modernste ernährungsmedizinische Erkenntnisse effizient im klinischen Alltag umzusetzen.
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"Kasseler Shake-Konzept"
Darüber hinaus betreuen und beraten wir unsere Patienten im Rahmen unseres Schwerpunktes "Klinische Ernährungsmedizin" bei speziellen Ernährungsproblemen aufgrund von onkologischen, geriatrischen, gastroenterologischen oder stoffwechselbedingten Erkrankungen. Hier liegt unser Schwerpunkt auf der Betreuung von Patienten mit Tumorerkrankungen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Kurzdarmsyndrom, Milchzucker- bzw. Fruchtzuckerintoleranz, Diabetes mellitus, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Zustand nach großen operativen Eingriffen, Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, der Galle und der Leber oder individuellen Stoffwechselstörungen.
Weiterhin beschäftigen wir uns als überregionales Zentrum für Ernährungsmedizin intensiv mit der Frage der medizinischen und ethischen Indikationen für eine künstliche Ernährung und hier insbesondere mit der Anlage von künstlichen Ernährungssystemen, wie der PEG-Sonde. Prof. Dr. med. Christian Löser hat als verantwortlicher Vorsitzender der Leitlinienkommissionen der Deutschen (DGEM) und Europäischen (ESPEN) Fachgesellschaften die gültigen Leitlinien und Standards für die künstliche Ernährung und insbesondere die Ernährung über PEG-Sonden verfasst.
Neben der stationären Ernährungsbetreuung verfügt die Medizinische Klinik über eine Ernährungsambulanz, in der die erfahrenen Ernährungswissenschaftlerinnen Frau Dr. rer. med. Angela Jordan und Frau Anastasia Hold auch ambulante Patienten auf Zuweisung vom Hausarzt im Rahmen einer etablierten "Ernährungssprechstunde" betreuen.
Neben dem stationären Schwerpunkt "klinische Ernährungsmedizin" hat die Medizinische Klinik auch eine moderne Ernährungsambulanz, in der die erfahrenen Ernährungswissenschaftlerinnen Frau Dr. rer. med. Angela Jordan und Frau Anastasia Hold auch für ambulante Patienten auf Zuweisung vom Hausarzt eine "Ernährungssprechstunde" durchführen.
In Einzel- und Gruppenberatungen und -schulungen deckt die ambulante Ernährungsberatung das gesamte Spektrum der ernährungsabhängigen Erkrankungen ab. Hierfür stehen neue, modern eingerichtete Ambulanz- und Schulungsräume zur Verfügung.
Terminvereinbarung
Telefonisch unter Tel.: 0561/3086-4401

Dr. rer. med. Angela Jordan
Diplom-Oecotrophologin
Lebenslauf
Die erfahrene Ernährungswissenschaftlerin Frau Dr. rer. med. Angela Jordan (Diplom-Oecotrophologin) führt jeden Dienstag in der Zeit von 8.00 bis 16.00 Uhr auch für ambulante Patienten auf Zuweisung vom Hausarzt eine "Ernährungssprechstunde" durch.

Anastasia Hold
Oecotrophologin (B. Sc.)
Lebenslauf
Termine für die Sprechstunden der "Ambulanten Ernährungsberatung" sind nur mit telefonischer Voranmeldung möglich. Diese ist offen für alle Patienten auch außerhalb des Roten Kreuz Krankenhauses. Der Patient benötigt dafür eine Notwendigkeitsbescheinigung (Rezept) vom behandelnden Arzt und wenn möglich vorliegende medizinische Unterlagen oder Vorbefunde. Der Patient bezahlt im Voraus die Kosten, diese werden aber in der Regel von der Krankenkasse erstattet oder bezuschusst.

Ellen Wegner
Krankenschwester
Tel.: 0561/3086-4380
Lebenslauf
Der Arbeitsbereich im Schwerpunkt Ernährungsmedizin umfasst:
Grundsätzlich werden alle Patienten bei ihrer stationären Aufnahme auf ihren Ernährungszustand sowie mögliche Probleme und Schwierigkeiten in Bezug auf die tägliche Nahrungsaufnahme hin routinemäßig erfasst. Alle Patienten mit Hinweisen auf das Vorliegen einer Unter-, Mangel- oder Fehlernährung werden von unserem geschulten Ernährungsteam individuell beraten und behandelt. Darüber hinaus behandeln und betreuen wir alle Patienten mit ernährungsmedizinisch relevanten Problemen im Rahmen verschiedener onkologischer, gastroenterologischer oder stoffwechselbedingter Erkrankungen (z. B. chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Milchzuckerintoleranz, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Kurzdarmsyndrom, Zustand nach großen Operationen, individuelle Stoffwechselstörungen etc.).
Unsere Ziele:
- Sensibilisierung des medizinischen Personals für Ernährung als Teil des therapeutischen Konzeptes
- Langfristige und engmaschige Betreuung chronisch kranker Patienten, die einer Ernährungstherapie bedürfen
- Aufrechterhaltung und kontinuierliche Verbesserung therapeutischer Qualitätsstandards
- Mangelernährung vorbeugen - erkennen - beheben
- Verbessern der Ernährungssituation der Patienten durch Verbesserung des Beratungsangebotes
Enterale Ernährung:
- Erstellen einer Ernährungsanamnese
- Erstellen eines Ernährungsplanes
- Mitbetreuung der Patienten auf Station
- Beratung bei Problemen (Unverträglichkeiten, etc.)
- Schulung der Patienten bzw. der Angehörigen im Umgang mit der enteralen Ernährung und der Ernährungssonden (z. B. PEG-Sonden)
- Organisation der häuslichen Versorgung bei enteraler Ernährung
- Informationen der/des Hausärztin/-arztes, der Krankenkassen, des ambulanten Pflegepersonals
Parenterale Ernährung:
- Erstellen einer Ernährungsanamnese mit besonderem Schwerpunkt auf dem Ernährungszustand mittels BIA-Messung
- Erstellen eines individuellen Infusionsplanes
- Mitbetreuung der Patienten auf Station
- Einweisung und Schulung der Patienten bzw. der Angehörigen im Umgang mit der parenteralen Ernährungslösung und notwendigen Zusätzen
- Organisation der häuslichen Versorgung
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"Ernährungsteam Kassel"
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