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Anatomie des Kniegelenkes

Das Kniegelenk besteht aus der Gelenkfläche des Oberschenkelknochens, des Schienbeins und der Kniescheibe. Die Gelenkflächen sind mit hyalinem Knorpel überzogen. Der Innen- und Aussenmeniskus liegen zwischen den Gelenkflächen und haben u.a. eine Pufferfunktion im Gelenk und stabilisieren das Kniegelenk zusammen mit den Bändern und der Kapsel bei der Bewegung. Das Gelenk ist mit der Gelenkinnenhaut (Synovialis) ausgekleidet und ist durch die Gelenkkapsel umgeben.

Therapieoptionen bei unterschiedlichen Schweregraden des Kniegelenkarthrose 

Arthrose 1°

  •  Änderung der Belastung 
  •  Wechsel der Sportart
  •  Krankengymnastik
  •  Medikamentöse Therapie
  •  Orthopädie technische Hilfsmittel
  •  Ggf. Reduktion des Körpergewichts

 Arthrose 2° und 3°

  • zusätzlich zu den konservativen Therapieoptionen für die Arthrose 1° bieten wir unterschiedliche Opens internal link in current windowarthroskopische Operationen im Stadium 2 und 3 der Arthrose an.  
  • beim jüngeren Patienten, Frau < 55 Jahre, Mann < 65 Jahre bieten wir im therapeutischen Spektrum zur Belastungsverringerung des Gelenkkompartments bei Beinachsenfehlstellungen Opens internal link in current windowachskorrigierende Umstellungsosteotomien an. 

Durch die operativen Verfahren soll eine deutliche Schmerzlinderung erreicht werden, weiterhin steht der Erhalt der Beweglichkeit des Gelenks im Vordergrund.

Arthrose 4°

Bei der schweren Kniearthrose kann nur der künstliches Kniegelenkersatz zu einer deutlichen Schmerzreduktion bis -freiheit und guter Beweglichkeit führen.
Die Wahl der optimalen Knieprothese hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Diese werden vor der Operation mit dem Patienten besprochen. In Abhängigkeit der Arthroselokalisation, der Bandstabilität, der Knochendefekte, der Bandsituation und der Beweglichkeit kommen in unserer Klinik unterschiedliche Endoprothesen zur Anwendung.

Knieendoprothese

  • Mediale Schlittenprothese (unikondyläre Knieprothese)
    Der innere Gelenkbereich wird durch mediale Schlittenprothese ersetzt. Voraussetzung sind erhaltene Kreuzbänder, eine gute Kniebeweglichkeit, ein unauffälliger Knorpel im äußeren Gelenkbereich und ein relatives Normalgewicht.
Mediale Schlittenprothese
Mediale Schlittenprothese
Mediale Schlittenprothese, Typ Mitus, Firma Link, Hamburg
Mediale Schlittenprothese
  • Knieoberflächenprothese (bikondyläre Oberflächenprothese)
    Dieser Prothesentyp wird weltweit am häufigsten implantiert. Die gelenkbildenden Anteile  werden durch die Prothese ersetzt. Voraussetzung für diesen Prothesentyp sind ein erhaltenes Innen- und Aussenband. Auch grosse Achsdeformitäten (O-Bein, X-Bein) können problemlos zur Normalachse korrigiert werden.
Sägeschnitte und Implantation einer Knieoberflächenprothese
Grafik Sägeschnitte und Implantation einer Knieoberflächenprothese
vollzementierte Knieoberflächenprothese, Typ LCS, Firma DePuy a Johnson&Johnson company
vollzementierte Knieoberflächenprothese
Typ LCS, Firma DePuy a Johnson&Johnson company
  • Teilgekoppelte Knieoberflächenprothese
    Dieser Prothesentyp ersetzt die gelenkbildenden Anteile und kommt bei zusätzlicher Insuffzienz des Innen- oder Aussenbandes zur Anwendung. Achsdeformitäten werden korrigiert. 
    Die Prothese wird sehr häufig bei Prothesenwechseln implantiert. Durch die Modularität können auch schwerste Defektsituationen operativ gelöst werden.  
teilgekoppelte Prothese, Typ VVC, Firma DePuy a Johnson&Johnson company
teilgekoppelte Knieprothese
Lockerung einer Knie-Oberflächenprothese mit 15° Abkippung der Tibiakomponente
Knie-Oberflächenprothese
Prothesenwechsel auf teilgekoppelte Prothese, Typ VVC, Firma DePuy a Johnson&Johnson company
Knie-Oberflächenprothese nach Wechsel
teilgekoppelte Prothese, Typ VVC, Firma DePuy a Johnson&Johnson company
teilgekoppelte Knieprothese
  • Achsgeführte, gekoppelte Knieprothese
    Bei der achsgeführten Knieprothese sind die Ober- und Unterschenkelkomponente miteinander verbunden und erlauben eine Beweglichkeit in 4 Freiheitsgraden. Die Prothese wird bei Rissen des Innen- und Aussenbandes sowie selten auch bei Prothesenwechseln implantiert. Achsdeformitäten werden korrigiert.
Endo-Rotationsprothese mit totalem Kniescheibenersatz
Endo-Rotationsprothese mit totalem Kniescheibenersatz
modulare achsgeführte Rotations-Kniegelenkprothese Endo-Modell, Firma Link, Hamburg
modulare achsgeführte Rotations-Kniegelenkprothese

Sport nach Knieendoprothese

Günstig sind u.a.:

  • Wandern
  • Nordic Walking 
  • Radfahren
  • Schwimmen 
  • Fitnesstraining 
  • Ergometertraining
  • Tanzen 
  • Skilanglauf

Ungünstig sind u.a.:

  • Sportarten mit großen Stoßbelastungen wie Sprungsportarten 
  • Sportarten mit abrupten Richtungswechseln 
  • Kontaktsportarten, u.a. Fußball, Handball, Kampfsportarten 
  • Tennis 
  • Skiabfahrtslauf

Individuelle VISIONAIRE Schnittschablonen für die Genesis 2 High Flex Knieprothese

Für die VISIONAIRE Technologie wird eine Ganzbein-Röntgenaufnahme im Stand sowie eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) des Kniegelenks benötigt. Die Aufnahmen ermöglichen die exalte präoperative Berechnung der mechanischen Beinachsen und eine präzise dreidimensionale Darstellung der individuellen Patientenanatomie. Beides ist für die korrekte Platzierung eines Implantats sehr wichtig. Auf Basis der individuellen Röntgen- und MRT-Aufnahmen werden Schnitt-Schablonen aus medizinischem Nylon-Kunststoff hergestellt, die genau an die individuelle Knieanatomie des jeweiligen Patienten angepasst sind. Ein Großteil der Anpassung des Implantats an den Knochen findet also vor und nicht während der Operation statt. So kann der Operateur mit Hilfe dieser Schablonen das Knie für die Implantation vorbereiten und das Kunstgelenk präzise an den Beinachsen ausrichten. Das Ergebnis: Das ausgewählte Implantatmodell sitzt wie angegossen. 

Vorteile der VISIONAIRE Technologie für den Patienten:
• Verbesserung des Operationsergebnisses
• exakte Ausrichtung des Implantats
• Erhöhung der Langlebigkeit des künstlichen Gelenkes
• Patienten- und gewebeschonendes Operationsverfahren
• Minimierung der allgemeinen Operationsrisiken
• Verkürzung der Operationszeit
• Reduktion der Narkosemedikamente
• Verringerung des Blutverlusts während der Operation